»Fausts Verdammnis« mit Simon Rattle, Joyce DiDonato und Charles Castronovo

Sa, 11. April 2015

Berliner Philharmoniker
Sir Simon Rattle

Charles Castronovo, Joyce DiDonato, Ludovic Tézier, Florian Boesch, Rundfunkchor Berlin

  • Hector Berlioz
    La Damnation de Faust, dramatische Legende op. 24 (02:18:22)

    Charles Castronovo Tenor (Faust), Joyce DiDonato Mezzosopran (Marguerite), Ludovic Tézier Bass (Méphistophélès), Florian Boesch Bass (Brander), Rundfunkchor Berlin, Simon Halsey Einstudierung

 

Für La Damnation de Faust schuf Hector Berlioz einen eigenen Text, der in shakespearescher Manier Leidenschaft und Groteske der handelnden Akteure in den Mittelpunkt rückt: »Ich hatte mich nicht dazu verpflichtet, Goethes Plan zu folgen ....« So erscheint in dem zwischen Oper und Chorsymphonie changierenden Werk Faust als byronscher Melancholiker, dem einzig die im Titel erwähnte Verdammung bleibt. Nicht an ihm sondern an Marguerite entzündete sich Berlioz’ kompositorische Fantasie, ebenso wie an den Genrebildern wie der Studentenszene, die musikalisch großen Raum einnimmt.

Dabei erweist sich die Partitur als wahre Fundgrube charakteristischer Instrumentalfarben, die Berlioz (der kurz zuvor seinen berühmten Grand Traité d’instrumentation et d’orchestration modernes fertig gestellt hatte) einmal mehr als brillanten Meister der Instrumentationskunst ausweisen – etwa, wenn die sonst vernachlässigten Bassregister der Bläser der Sphäre von Méphistophélès einen schaurig-düsteren Ton verleihen oder die Ballettnummern mit äußerst delikaten Holzbläsersätzen versehen werden. Daran, dass die von Sir Simon Rattle dirigierten Berliner Philharmoniker Berlioz’ Klangfarbenzauber brillant in Szene setzen werden, wird wohl niemand zweifeln. Neben der Mezzosopranistin Joyce DiDonato (Marguerite), die mit »unvergleichbarer, göttlicher Stimme« (The Times) und makelloser Technik von sich reden macht und 2012 ihr philharmonisches Debüt feierte, singen der mit strahlenden Höhen gesegnete Tenor Charles Castronovo (Faust), der lyrische Bariton Ludovic Tézier (Méphistophélès) sowie der Rundfunkchor Berlin.

Berlioz, Faust und das Dasein als Blendwerk

Dr. Fausti Höllenfahrten

Seinem Vater, einem Arzt, verdankte Berlioz erste Kenntnisse in der Musik, im Flöten- und Gitarrenspiel. Durch ihn, den Krebskranken, lernte der Sohn auch die schmerzlindernde Wirkung des Opiums kennen. Auf väterlichen Wunsch sollte der junge Hector Mediziner werden. Aber die Erfahrungen beim Praktikum im Pariser Hospice de la Pitié zwangen ihn schon am ersten Tag, sich aus »diesem fürchterlichen Lager von Menschenfleisch, zerstückelten Gliedmaßen, grinsenden Gesichtern und klaffenden Schädeln« (Mémoires) mit einem beherzten Sprung durch das Fenster ins Freie zu retten. Er entschied sich für den Musikerberuf; die bigotte Mutter verfluchte ihren Sohn ob dieser »Familienschande« und verbot ihm das elterliche Haus. Vermutlich hätte er die Höllenfahrten der Symphonie fantastique und der Damnation de Faust nie komponiert, wenn sich ihm diese Erinnerungsbilder nicht immer wieder aufgedrängt hätten. Der ungenannte »Erzähler« der autobiografisch zu verstehenden Symphonie träumt im Opiumrausch, er hätte die ewig unerreichbare Geliebte umgebracht; er endet unter dem Fallbeil. Im Schreckensszenario einer Sabbatnacht kommt das Ewig-Weibliche als Ewiger Dämon zurück, und unter dem grellen Gelächter eines Hexenreigens fährt die Seele des Hingerichteten zur Hölle. Auch der Faust der Damnation endet, jetzt unter der Führung Mephistos, im Inferno. Aber die Légende dramatique hat ein Nachspiel: Die Seraphim singen dem Höchsten ein Hosianna, und Marguerite (Gretchen), die Mörderin-Büßerin, steigt empor zur Verklärung.

Shakespeare, Goethe und Berlioz

Der französische Maler Eugène Delacroix ließ sich Ende der 1820er-Jahre von dem Gegensatzpaar Faust – Mephisto zu dramatischen Visionen anregen. Seine Lithografien wurden ausgerechnet in Deutschland beifällig aufgenommen und veranlassten Goethe zu dem Urteil, diese Szenen seien in seiner eigenen Vorstellung nicht so vollkommen dargestellt gewesen wie bei Delacroix. 1827 legte der gerade 19-jährige Gérard de Nerval eine französische Prosa-Nachdichtung des ersten Teils der Tragödie vor. Als der Dichter in Weimar Nervals Version kennenlernte, soll er laut Eckermann gesagt haben: »Im Deutschen mag ich den ›Faust‹ nicht mehr lesen; aber in dieser französischen Übersetzung wirkt alles wieder durchaus frisch, neu und geistreich.« Auch Hector Berlioz, erst 24 Jahre alt, nahm sich die Ausgabe vor. Dazu erregten die Lithografien von Delacroix (die in Frankreich ansonsten wenig Beifall fanden) sein Gemüt. Er verfiel prompt in ein Goethe-Fieber. Im selben Jahr 1827 musste er sich auch einem in Paris grassierenden Shakespeare-Fieber ausliefern. Das hatte andere Gründe: Im Odéon gastierte gerade die Truppe des englischen Schauspielers Charles Kemble mit Shakespeares Romeo and Juliet und Hamlet.

Shakespeare und Goethe als neue Geistesverwandte von Berlioz, und stärker noch als die beiden Dichter zog ihn die Darstellerin der Julia und Ophelia in ihren Bann, der weibliche Star des Ensembles, die irische Schauspielerin Harriet Smithson. Der junge Komponist, obendrein in Liebesextase, zwischen zwei, wenn nicht drei Feuern brennend: ein imaginärer Romeo, Hamlet und Faust. Aber die gefeierte Diva schenkte ihrem fiebernden Anbeter vorerst keine Beachtung und setzte gemeinsam mit Kembles Truppe ihre Tournee fort. (Später würden Berlioz und die Smithson doch noch heiraten, Liszt war einer der Trauzeugen. Aber damit begann ein anderes, sehr irdisches Inferno.) Vorerst stürzte sich der untröstliche Liebhaber ins Delirium der Produktivität und komponierte seine Symphonie fantastique. Und wandte sich dem Faust zu. »Das wunderbare Buch faszinierte mich sogleich, es verließ mich nicht mehr; ich las es ständig, bei Tisch, im Theater, auf der Straße.« Nervals Prosaübersetzung enthielt auch mehrere gereimte Strophen in geschlossener Form, die boten sich gleich für eine Vertonung an. So entstanden 1829 zunächst Huit Scènes de Faust, acht Bruchstücke (tatsächlich sind es neun), und jedem Textabschnitt von Goethe/Nerval stellte Berlioz Verse von Shakespeare voran, abwechselnd mal aus Romeound Julia, mal aus Hamlet. Shakespeare, Goethe und Berlioz – in den Acht Szenen ein Herz und eine Seele.

Berlioz und sein Faust

Weite Teile der Handlung von La Damnation de Faust – 16 Jahre nach Konzeption der ersten Szenen vollendet – sind nicht als gespielte »Realität« zu verstehen, sondern als auditiv zu erfassendes Theater, als ein immaterielles Gaukelspiel, mit dem Mephisto sein Opfer Faust in den Abgrund ziehen, in den Besitz der Hölle bringen will. Grundlage zu der »Legende« in vier Teilen und einem Epilog blieb die Übersetzung von Nerval. Der Komponist richtete sich für seine Zwecke das Libretto ein, unter Mithilfe des Schriftstellers Almire Gandonnière, dessen abenteuerliche Biografie sich ihrerseits als Sujet für eine Berlioz-Partitur angeboten hätte. »Ich versuchte weder eine Übersetzung noch eine Nachahmung von Goethes Meisterwerk, ich war nur bestrebt, die Wirkung auf mich in Musik zu fassen«, erklärte Berlioz und hatte keine dramaturgischen Probleme, den Anfang seines Faust in der ungarischen Puszta spielen zu lassen, nur um im Szenarium auch den Rákóczy-Marsch unterbringen zu können. Ebenso war die Höllenfahrt ohne Wiederkehr, die Faust und Mephisto gemeinsam antreten, eine eigene Erfindung. Faust unterschreibt den Teufelspakt »freiwillig« – worauf die Fürsten der Hölle bestehen –, er opfert vorsätzlich sein Seelenheil, um Marguerite vor der ewigen Verdammnis zu retten.

»Eines meiner besten Produkte«

Berlioz fand, La Damnation de Faust sei »eines meiner besten Produkte«. Aber allein der Druck der Gesangs- und Orchesterstimmen, dazu die Anmietung der Opéra Comique brachten ihn an den Rand des Ruins. Am 6. Dezember 1846 brachte der Komponist seine komplette »dramatische Legende« konzertant auf die Bühne: Eine Szenenfolge, so irreal und phantasmagorisch, dass der Komponist kaum je daran gedacht haben dürfte, sie mit anderen als musikalischen Mitteln – jedenfalls nicht mit bühnentechnischen – zu realisieren. Aber seit dem Erfolg, der er 1839 mit Roméo et Juliette erzielt hatte, waren sieben Jahre vergangen, auch in Paris herrschten inzwischen andere Moden, die Aufführungen mussten tagsüber stattfinden, draußen herrschte »schauderhaftes Wetter«, und die Sänger waren Utilités, die man in der Opéra Comique jeden Abend hören konnte, sie waren so wenig »fashionable« wie das Publikum, das dieses Theater besuchte. Berlioz: »So kam es, dass ich den Faust nur zweimal vor halb besetztem Haus geben konnte. Das feine Pariser Publikum, das in dem Ruf steht, etwas von Musik zu verstehen, blieb lieber daheim und war so wenig an meiner neuen Partitur interessiert, als wäre ich das unbedeutendste Konservatoriums-Mitglied. Es waren bei diesen beiden Vorstellungen nicht mehr Besucher in die Opéra Comique gekommen, als wenn ihre kümmerlichste Oper auf dem Spielplan gestanden hätte. Nichts in meiner Künstlerlaufbahn hat mich tiefer verletzt als diese unerwartete Gleichgültigkeit.«

In Paris war Faust zu Lebzeiten des Komponisten nicht mehr zu hören. 1852 dirigierte Franz Liszt das Werk in Weimar, im Rahmen der von ihm initiierten Berlioz-Wochen; der Geehrte kam allerdings erst im nächsten Jahr zu Besuch, anlässlich einer Berlioz-Woche ohne Faust. 1866 fuhr er noch einmal nach Wien, um dort eine konzertante Aufführung unter Beteiligung des Wiener Singvereins zu leiten. Eine erste szenische Produktion kam erst 1893, ein Vierteljahrhundert nach dem Tod des Komponisten, in der Salle Garnier der Opéra de Monte Carlo zustande, wo der amtierende Theaterdirektor Raoul Gunsbourg das Werk in einer eigenen Bearbeitung herausbrachte. Damit stand der Vorhang offen. Aber die eigentliche Bühne für den Faust von Berlioz war und ist die Fantasie, zuerst die des Komponisten, dann die des Publikums.

Karl Dietrich Gräwe

Florian Boesch ist als einer der führenden Interpreten im Fach Liedgesang ein begehrter Gast auf den Konzertpodien internationaler Musikmetropolen (Wiener Konzertverein, Concertgebouw Amsterdam, Wigmore Hall London, Konzerthaus Berlin u. a.) sowie bei renommierten Festivals wie der Schubertiade Schwarzenberg, dem Edinburgh Festival, dem Oxford Lieder Festival und der Styriarte in Graz. Ebenso erfolgreich ist Florian Boesch mit einem historisch wie stilistisch facettenreichen Konzertrepertoire als Solist führender Orchester; hinzu kommen Partien in Bühnenwerken von Georg Friedrich Händel (Radamisto), Wolfgang Amadeus Mozart und Alban Berg (Wozzeck). Eine regelmäßige künstlerische Partnerschaft verbindet den Bariton, der in Wien u. a. bei Robert Holl ausgebildet wurde, mit Nikolaus Harnoncourt, so etwa in Haydns Schöpfung und den Jahreszeiten bei den Salzburger Festspielen. Darüber hinaus hat er u. a. mit den Dirigenten Ivor Bolton, Adám Fischer, Philippe Herreweghe, Sir Roger Norrington, Paul McCreesh und Franz Welser-Möst zusammengearbeitet. In Konzerten der Berliner Philharmoniker war Florian Boesch erstmals Ende Oktober 2011 unter der Leitung von Nikolaus Harnoncourt als Solist in Beethovens C-Dur-Messe zu erleben.

Charles Castronovo, geboren in New York und in Kalifornien aufgewachsen, sang schon während seines Gesangsstudiums im Chor der Los Angeles Opera. Seine Ausbildung setzte er als Stipendiat in den Nachwuchsprogrammen der San Francisco und der Metropolitan Opera fort, wo er 1999 als Beppe in Ruggero LeoncavallosI Pagliacci debütierte. Seither gastierte er an Häusern wie der Berliner Staatsoper, dem Royal Opera House Covent Garden in London, der Opéra National in Paris, dem Teatro Real in Madrid, dem Théâtre Royal de la Monnaie in Brüssel, der Wiener Staatsoper sowie bei den Festspielen von Salzburg und Aix-en-Provence. Auch an die Met und nach Los Angeles kehrte der Tenor mehrfach wieder zurück. Sein Repertoire umfasst Partien wie Don Ottavio (Don Giovanni), Tamino (Die Zauberflöte), Alfredo (La traviata), Rodolfo (La Bohème), Nemorino (L’elisir d'amore), Gennaro (Lucrezia Borgia), Il Duca di Mantova (Rigoletto), Ruggero (La Rondine) sowie die Titelpartie in Gounods Faust. An der Bayerischen Staatsoper ist Charles Castronovo in dieser Spielzeit als Tamino, Nemorino und Don Ottavio zu erleben; an der Deutschen Oper Berlin verkörpert er den Ruggero in der Inszenierung von Rollando Villazón. Sein Debüt bei den Berliner Philharmonikern gab Charles Castronovo bei den diesjährigen Osterfestspielen in Baden-Baden, ebenfalls in der Titelpartie von Berliozʼ La Damnation de Faust.

Joyce DiDonato, geboren in Kansas (USA), studierte an der Academy of Vocal Arts in Philadelphia; anschließend wurde sie im Rahmen der Förderprogramme für junge Künstler an den Opernhäusern in San Francisco, Houston und Santa Fe ausgebildet. Eine steile Karriere hat sie seither u. a. an die Metropolitan Opera in New York, das Londoner Royal Opera House Covent Garden, das Teatro alla Scala in Mailand, die Staatsopern in München und Wien, die Deutsche Oper Berlin und das Liceu Barcelona geführt, aber auch in renommierte Festspielorte wie Salzburg, Edinburgh und zu den BBC Proms. Zum Kernrepertoire Joyce DiDonatos gehören Rollen von Händel und Mozart sowie die Belcanto-Partien Rossinis (wie Elena in Ladonna del lago); darüber hinaus war sie u. a. als Octavian (Der Rosenkavalier), Komponist (Ariadne auf Naxos) und in der Titelpartie von Das schlaue Füchslein sowie in zeitgenössischen Bühnenwerken zu erleben: etwa in Mark Adamos Little Women, Tod Machovers Resurrection oder Jake Heggies Dead Man Walking. Die Mezzosopranistin ist ebenso als Konzertsolistin gefragt, hat mit Dirigenten wie mit Valery Gergiev, Alan Gilbert, James Levine und Sir Roger Norrington zusammengearbeitet und gastierte beispielsweise beim London Symphony Orchestra, New York Philharmonic, Orchestra of the Age of Enlightenment, Orchestre National de Paris und beim Cleveland Orchestra. Joyce DiDonato, die u. a. 2012 mit einem Grammy Award und 2014 mit der Ehrendoktorwürde der Juilliard School ausgezeichnet wurde, war mit Liederabenden in der Londoner Wigmore Hall und in der New Yorker Carnegie Hall zu erleben. In Konzerten der Stiftung Berliner Philharmoniker war die Künstlerin erstmals mit einem Liederabend, begleitet von David Zobel, im Juni 2012 zu Gast.

Ludovic Tézier stammt aus Marseille und zählt heute zu den gefragtesten Sängern seines Fachs.Er begann seine Laufbahn als Ensemblemitglied des Luzerner Theaters, bevor er in das Atelier Lyrique der Opéra de Lyon aufgenommen wurde. Dort sang er zunächst Mozart-Partien (Graf Almaviva in Le nozze di Figaro und die Titelpartie in Don Giovanni) und Belcanto-Rollen (z. B. Belcore in L’elisir d’amore und Malatesta in Don Pasquale), bald darauf auch Marcello (La Bohème) und Ford (Falstaff). 2005 debütierte er als Graf Almaviva an der Wiener Staatsoper. Es folgten Engagements an Bühnen wie die New Yorker Metropolitan Opera, die Pariser Oper, die Mailänder Scala, die Bayerische Staatsoper, das Gran Teatre del Liceu, nach Toulouse, Marseille, Monte Carlo, Aix-en-Provence und zu den Salzburger Festspielen. Der Bariton feierte Erfolge als Renato (Un ballo in maschera), Germont (La traviata), Jeletzki, in der Titelrolle von Eugen Onegin, als Hamlet, Wolfram, Valentin, Don Carlo (La forza del destino), Enrico (Lucia di Lammermoor) und Escamillo (Carmen). Sein Debüt mit den Berliner Philharmonikern gab Ludovic Tézier bei den diesjährigen Osterfestspielen in Baden-Baden.

Der Rundfunkchor Berlin ist ein gefragter Partner führender Orchester und Dirigenten in aller Welt; langjährige Kooperationen bestehen in Berlin mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, dem Deutschen Symphonie-Orchester und den Berliner Philharmonikern. In rund 50 Konzerten jährlich sowie mit Gastauftritten bei Festivals stellt der Chor sein breites Repertoire und reich nuanciertes Klangbild unter Beweis. Gemeinsam mit Künstlern unterschiedlicher Disziplinen erschließt der Chor jedes Jahr mit einer spartenübergreifenden Produktion neue Erlebnisweisen von Chormusik: So stieß z. B. die szenische Umsetzung des Deutschen Requiems von Johannes Brahms durch Jochen Sandig 2012 auf große Resonanz. 1925 in Berlin gegründet und von Dirigenten wie Helmut Koch, Dietrich Knothe und Robin Gritton geprägt, wird der Rundfunkchor Berlin seit 2001 von Simon Halsey geleitet. Eine rege Aufnahmetätigkeit und viele Auszeichnungen, darunter drei »Grammy Awards«, dokumentieren den großen Erfolg dieser Arbeit. Simon Halsey, der im Januar 2011 mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt wurde, initiierte außerdem zahlreiche Aktivitäten des Chors im Bildungs- und Erziehungsbereich, so das jährliche Mitsingkonzert in der Philharmonie oder die Liederbörse für Kinder und Jugendliche. 2011 startete der Rundfunkchor Berlin das Projekt SING!, welches das Ziel verfolgt, in Berliner Grundschulen das Singen als selbstverständlichen Teil des Schulalltags zu etablieren. Mit den Berliner Philharmonikern war der Rundfunkchor Berlin zuletzt Mitte März dieses Jahres mit Werken von Debussy und Duruflé zu erleben; Dirigent war Donald Runnicles.

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