Europakonzert aus Oxford mit Daniel Barenboim und Alisa Weilerstein

01. Mai 2010
Europakonzert aus Oxford

Berliner Philharmoniker
Daniel Barenboim

Alisa Weilerstein

  • Richard Wagner
    Die Meistersinger von Nürnberg: Vorspiel zum 3. Akt (8 Min.)

  • Edward Elgar
    Konzert für Violoncello und Orchester e-Moll op. 85 (31 Min.)

    Alisa Weilerstein Violoncello

  • Johannes Brahms
    Symphonie Nr. 1 c-Moll op. 68 (49 Min.)

Seit 1991 erinnern die Berliner Philharmoniker alljährlich an den Jahrestag ihrer Gründung am 1. Mai 1882, indem sie ein Konzert an einem Ort von besonderer historischer und kultureller Bedeutung geben. 2010 fiel die Wahl auf das traditonsreiche Sheldonian Theatre in Oxford, 1664–69 erbaut nach einem Entwurf von Sir Christopher Wren und benannt nach dem damaligen Kanzler der University of Oxford, Gilbert Sheldon. Gedacht war der prachtvolle Bau jedoch nie für die Darbietung von Theaterstücken, sondern als angemessene Kulisse für die Verleihung akademischer Titel, und auch Daniel Barenboim, der bei diesem Europakonzert am Pult der Philharmoniker stand, hatte 2007 genau an diesem Ort seine Ehrendoktorurkunde entgegengenommen.

Die Nacht vor dem 1. Mai wird in Oxford traditionell mit rauschenden Festen und Bällen begangen, und so dürfte manch ein Konzertbesucher an diesem Morgen noch ein wenig verkatert gewesen sein. Wie ein musikalischer Kommentar hierzu mutete das erste Stück des Programms an, das Vorspiel zum Dritten Akt von Wagners Meistersingern von Nürnberg, in dem Hans Sachs über den Wahn der Menschen nachsinnt angesichts der turbulenten Ereignisse der vorangegangenen Nacht in den Straßen seiner Stadt.

Anschließend weckte Elgars Cellokonzert Erinnerungen an die aus Oxford stammende Jacqueline du Pré, wohl eine der berühmtesten Interpretinnen dieses Werks und bis zu ihrem tragisch frühen Tod mit Daniel Barenboim verheiratet. Die junge amerikanische Cellistin Alisa Weilerstein ließ sich jedoch nicht von diesem Vermächtnis einschüchtern und »versprühte mädchenhaften Charme, verwandelte tiefe Resignation in lebensbejahende Frische« (Berliner Morgenpost). Zum Abschluss präsentierte Barenboim dann einen Klassiker des symphonischen Repertoires, und in Brahms’ Erster Symphonie »pulsierte eine unwiderstehliche Energie: Alle Phrasen wurden zu großen, ausdrucksstarken Bögen und jedes Detail und Bläsersolo gelang einfach hinreißend« (The Guardian).

EuroArtsAufzeichnung aus dem Sheldonian Theatre, Oxford
© 2010 EuroArts Music International

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