Konzert

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Es gibt viele Vorurteile über die Musik des 20. Jahrhunderts – zum Beispiel, dass sie immer kompliziert oder schwerblütig oder im schlimmsten Fall beides sei. Das Gegenteil bewiesen in diesem Konzert die Berliner Philharmoniker, Dirigent Iván Fischer und die Geigerin Lisa Batiashvili in schwungvollen Werken von Strawinksy und Prokofjew. Zuvor allerdings gab es einen Moment des Innehaltens, als die Berliner Philharmoniker eines engen Freundes gedachten.

Am 27. Oktober war der Komponist Hans Werner Henze verstorben, der dem Orchester über viele Jahre verbunden war und ihm viele seiner Werke zur Uraufführung anvertraut hatte. Henze zu Ehren spielte Olaf Maninger dessen Epitaph für Violoncello solo, das der Komponist in Erinnerung an seinen 1979 verstorbenen Komponistenfreund Paul Dessau geschrieben hatte.

Mit Strawinksys Jeu de cartes begann das eigentliche Konzertprogramm: eine funkensprühende Partitur voller Ironie und überraschender Akzente. Grotesken Humor gibt es auch in Prokofjews Erstem Violinkonzert, dem man in keinem Moment anmerkt, dass es 1917 – also während Kriegswirren und Revolutionsunruhen – entstand. Dass Lisa Bathiashvili den Übermut dieser Musik perfekt vermittelte, bestätigt der Kritiker der Berliner Morgenpost: »Lisa Batiashvili entpuppte sich in der Philharmonie geradezu als eine Ballerina auf der Geige. Sie ließ auf ihrer Stradivari unfehlbar die Finger tanzen, sausen, springen. Und gewann ihr damit alles ab, was Sergej Prokofjew bei der Niederschrift seines 1. Violinkonzerts in seine Notenschrift eingebettet hatte: Unternehmungslust, Heiterkeit, Übermut, Lebensfreude.« 

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