Paavo Järvi und Janine Jansen mit Sibelius’ Violinkonzert

Paavo Järvi und Janine Jansen mit Sibelius’ Violinkonzert

Berliner Philharmoniker
Paavo Järvi

Janine Jansen

  • Jean Sibelius
    Nächtlicher Ritt und Sonnenaufgang, Tondichtung für Orchester op. 55

  • Jean Sibelius
    Konzert für Violine und Orchester d-Moll op. 47

    Janine Jansen Violine

  • Dmitri Schostakowitsch
    Symphonie Nr. 6 h-Moll op. 54

»Wann auch immer ein Repertoire-Stück wiederbelebt werden soll, gibt es eine einfache Lösung: Man muss es einfach nur Janine Jansen spielen lassen«, urteilte die Londoner Times, und das zu Recht! Denn Janine Jansen, die schon früh mit renommierten Preisen bedacht wurde, gelingt es immer wieder, auch den bekannten klassischen und romantischen Violinkonzerten neue und ungewohnt-aufregende Facetten abzugewinnen – mit einer Frische, die einen glauben macht, die niederländische Violinvirtuosin spiele das jeweilige Werk gerade zum ersten Mal.

In dieser Spielzeit wird Janine Jansen bei den Berliner Philharmonikern mit Jean Sibelius’ Violinkonzert im Gepäck erwartet, dessen spielerisches Finale den englischen Pianisten und Komponisten Donald Francis Tovey an eine »Polonaise for polar bears« erinnerte; eine hübsche Alliteration, die allerdings dem verbreiteten Irrtum unterliegt, es gäbe in Finnland Eisbären. (Angeblich entstand dieses Missverständnis anlässlich der Pariser Weltausstellung im Jahr 1900, als der finnische Pavillon auf dem Dach als Ausschmückung zwei Gipsbären trug, die der Bildhauer Emil Wikström in letzter Minute geliefert, aber noch nicht braun bemalt hatte; am nächsten Tag waren die Pariser Zeitungen voll mit Beschreibungen der schönen finnischen Eisbären.) Dirigent des Abends ist Paavo Järvi, dessen Arbeit Janine Jansen besonders schätzt: »Paavo Järvi ist gerade bei der Probenarbeit ein großartiger Kommunikator. Ich will als Solistin ja nicht der Beziehung zwischen ihm und seinem Orchester im Wege stehen und fange immer an, mit ihm über Probleme zu reden. Er wendet sich dann an das Orchester und sagt: Sag es ihnen! Redet miteinander! So hat sich bei uns eine sehr direkte, offene Zusammenarbeit gebildet.«

Nach dem Sibelius-Konzert, das mit seinem dominierenden Violinpart unverkennbar der romantischen Konzerttradition verpflichtet ist, steht Dmitri Schostakowitschs Sechste Symphonie auf dem Programm, ein Werk, das bereits bei seiner Leningrader Premiere am 5. November 1939 für viel Applaus sorgte. Bei einer der folgenden Aufführungen war das Publikum sogar derart begeistert, dass man das Finale wiederholte. Kein Wunder, dass Leopold Stokowski das von Mahler beeinflusste Werk (dessen Musik à la Till Eulenspiegel oder Petruschka immer wieder ins Bedrohliche umschlägt) umgehend in sein Repertoire aufnahm: »In jeder seiner Symphonien zeigt sich uns Schostakowitsch als ein Meister, der ohne Unterlass seine schöpferische Fantasie und sein musikalisches Selbstbewusstsein fortentwickelt. Neue Höhen erreicht er in der Symphonie Nr. 6.«

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