Konzert

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Es gibt Werke, denen fühlt man sich in besonderer Weise verbunden; sie sind lebenslange, treue Begleiter. Für Simon Rattle ist Benjamin Brittens War Requiem ein solcher Weggefährte, und er brachte das Stück immer wieder zur Aufführung. Der englische Komponist stellte in diesem eindringlichen Appell gegen den Krieg dem Text der lateinischen Totenmesse die erschütternden Gedichte des in den letzten Tagen des Ersten Weltkriegs im Alter von 25 Jahren gefallenen »war poet« Wilfred Owen an die Seite: »Was ich schreibe, wird wohl eines meiner wichtigsten Stücke werden. Diese großartige Lyrik, voller Hass auf die Zerstörungswut, bildet eine Art Kommentar zum Requiem« (Britten).

Auf der Titelseite der Partitur finden sich folgende Zeilen Owens: »Mein Thema ist der Krieg und das Leid des Kriegs. Die Poesie liegt im Leid. Alles, was ein Dichter heute tun kann, ist: warnen.« Britten gelang es, die unterschiedlichen Texte in einer ungemein plastischen Bildhaftigkeit und dramatischen Stringenz zu vertonen. Das Werk wurde am 30. Mai 1962 in der (durch deutsche Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg zerstörten) neu errichteten Kathedrale von Coventry mit überwältigendem Erfolg uraufgeführt.

Bereits fünf Tage vor der Premiere erschien ein Artikel des langjährigen Chefmusikkritikers der Londoner Times, William Mann, in dem es heißt: »Jede neue Requiem-Vertonung steht in Konkurrenz mit den entsprechenden Stücken von Verdi, Fauré und Mozart. Britten hat die Aufgabe in seiner eigenen frischen und tief empfundenen Art und Weise gelöst. Dies ist kein Requiem zum Trost der Lebenden; manchmal wird es den Toten nicht einmal helfen, in Frieden zu ruhen. Das Werk wird aber jede lebende Seele aufrütteln, die mehr oder weniger verbreitete Barbarei der Menschheit zu verurteilen, mit all der Autorität, die ein großartiger Komponist aufbringen kann. Es kann überhaupt kein Zweifel bestehen […]: Dies ist Brittens Meisterwerk.«

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