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Jakub Hrůša präsentiert symphonische Dramen und eine Entdeckung

Jakub Hrůša präsentiert symphonische Dramen und eine Entdeckung

Berliner Philharmoniker
Jakub Hrůša

Stéphanie d’Oustrac

  • Miloslav Kabeláč
    Mysterium času (Mysterium der Zeit), Passacaglia für großes Orchester op. 31

  • Antonín Dvořák
    Othello, Konzertouvertüre op. 93

  • Hector Berlioz
    Cléopâtre, Scène lyrique

    Stéphanie d’Oustrac Mezzosopran

  • Béla Bartók
    Der wunderbare Mandarin, Suite Sz 73

Bei seinem philharmonischen Debüt im Oktober 2018 erwies sich Jakub Hrůša als begnadeter Geschichtenerzähler: Mit der Aufführung u. a. von Antonín Dvořáks Tondichtung Das goldene Spinnrad stellte er die musikalische Version eines der bekanntesten tschechischen Märchen vor. Nun kehrt der Chefdirigent der Bamberger Symphoniker zum zweiten Mal ans Pult der Berliner Philharmoniker zurück und hat wieder eine mitreißende Tondichtung des tschechischen Komponisten auf das Programm gesetzt: die Konzertouvertüre Othello, die von William Shakespeares gleichnamigen Drama inspiriert ist und eine der destruktivsten Seiten des menschlichen Seins behandelt: Eifersucht, Rachedurst, Wut, zudem auch Liebe, Verzweiflung, Schmerz, und schließlich Reue – Dvořák führt den Titelhelden durch ein weitgespanntes emotionales Spektrum.

Auch Hector Berlioz weiß extreme Seelenlagen wirkungsvoll in Musik zu setzen. In seiner Scène lyrique Cléopâtre geht es um die letzten Augenblicke der ägyptischen Königin vor ihrem Freitod durch einen Schlangenbiss. Sie erinnert sich an glorreiche Zeiten und trauert um den Verlust ihrer Schönheit und Macht. Die Mezzosopranistin Stéphanie d’Oustrac, die als Spezialistin für das französische Repertoire gilt und nach fast 20 Jahren zu den Philharmonikern zurückkehrt, verleiht Kleopatra ihre Stimme. Noch am Anfang seiner Komponistenkarriere stehend bewies Berlioz in diesem Werk, welch revolutionäres Potenzial in ihm steckt. Sein exzentrischer Stil fand bei den Zeitgenossen allerdings noch wenig Anklang.

Einen regelrechten Skandal löste 1926 die Kölner Uraufführung von Béla Bartóks grotesker Ballettpantomime Der wunderbare Mandarin aus. Der ungarische Komponist spiegelt in diesem Werk das apokalyptische Lebensgefühl jener Zeit wider – mit einer aggressiven Motorik, einer atonalen Harmonik und einer expressiven, verstörenden Klangsprache. Das Ballett, aus dem Bartók zwei Jahre nach der Uraufführung eine Konzertfassung in Suitenform zusammenstellte, handelt von einem jungen Mädchen, das von gewissenlosen Zuhältern verschachert werden soll. Drei berührende Geschichten, drei packende Kompositionen.

Den Kontrast dazu bildet das erste Stück des Programms: Mysterium času, in dem Miloslav Kabeláč dem Phänomen der Zeit nachspürt. Der 1908 in Prag geborene Komponist hatte während des Nationalsozialismus und des kommunistischen Regimes in seinem Land keine Chance auf Erfolg. Das prägte seinen Stil. »Seine Stücke sind Studien, was Musik ohne außermusikalische Hilfe ausdrücken kann «, erklärt Hrůša, für den Kabeláč einer der wichtigsten Komponisten des 20. Jahrhunderts ist.

Jakub Hrůša wurde 1981 in Brno (Tschechien) geboren und absolvierte sein Dirigierstudium an der Akademie der Darstellenden Künste Prag, wo er u. a. von Jiří Bělohlávek ausgebildet wurde. Von 2009 bis 2015 war er Musikdirektor und Chefdirigent der Prager Philharmonie, bevor er 2016 die Leitung der Bamberger Symphoniker übernahm. Zudem ist Jakub Hrůša Erster Gastdirigent des Philharmonia Orchestra London und der Tschechischen Philharmonie. Darüber hinaus tritt er mit den bedeutendsten Orchestern der Welt auf. Zu den künstlerischen Höhepunkten der jüngsten Zeit zählten seine Debüts beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und beim Orchestre de Paris sowie Konzerte mit dem Orchestra dell’Accademia di Santa Cecilia in Rom, dem Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam, dem Mahler Chamber Orchestra, dem Gewandhausorchester Leipzig, den Wiener Symphonikern, dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin und den großen US-amerikanischen Orchestern (Boston, Chicago, Cleveland, New York, Los Angeles). Als Operndirigent ist er regelmäßig beim Glyndebourne Festival zu erleben. Zudem leitete er Produktionen am Royal Opera House, Covent Garden (Carmen), an der Wiener Staatsoper (Die Sache Makropulos), der Opéra National de Paris (Rusalka und Die lustige Witwe), der Frankfurter Oper (Il trittico), der Königlichen Dänischen Oper (Boris Godunow) sowie am Prager Nationaltheater (Die Abenteuer der Füchsin Schlaukopf und Rusalka). Bei den Berliner Philharmonikern gab Jakub Hrůša seinen Einstand im Oktober 2018 mit Werken von Antonín Dvořák, Bohuslav Martinů und Leoš Janáček.

Stéphanie d’Oustrac wurde in Rennes geboren und absolvierte ihr Gesangsstudium am Conservatoire national supérieur de Musique in Lyon. Den Beginn ihrer Laufbahn prägte eine enge Zusammenarbeit mit dem Barockensemble Les Arts Florissants und dem Dirigenten William Christie: Mit ihnen trat sie u. a. als Medea in Lullys Thésée, als Purcells Dido, Lullys Armide und als Irene in Händels Theodora auf. Darüber hinaus erarbeitete sich die Mezzosopranistin ein breites Repertoire, zu dem Werke von Bach, Haydn, Mozart, Ravel; Berlioz und Offenbach zählen. Nicht zuletzt wegen ihrer herausragenden Diktion ist sie jedoch insbesondere als Interpretin des französischen Repertoires gefragt: In der Rolle der Carmen debütierte sie 2010 an der Opéra de Lille; in der Folge sang sie diese Partie auch beim Glyndebourne Festival, beim Festival d’Aix-en-Provence und am Teatro Real in Madrid sowie in jüngster Zeit in Dallas, Tokio und an der Deutschen Oper Berlin. Bei den Salzburger Festspielen war sie 2018 als Ottavia (L’incoronazione di Poppea) und an der Pariser Oper als Cassandre in Les Troyens zu erleben.Auf dem Konzertpodium gastierte die Künstlerin beispielsweise in Mozarts Requiem beim Orchestre National de France, in Les Nuits d’été von Berlioz in Lyon, Paris und Warschau sowie mit Poulencs La Voix humaine in Toulouse. Stéphanie dʼOustrac arbeitete mit Dirigenten wie Marc Minkowski, Sir John Eliot Gardiner, Myung-Whun Chung, Christopher Hogwood und Alain Altinoglu zusammen. Bei den Berliner Philharmonikern gab sie ihr Debüt Anfang Februar 2005 unter der Leitung von William Christie in Werken von Jean-Philippe Rameau und Joseph Haydn.

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