19. Dez 2020

Berliner Philharmoniker
Andris Nelsons

Seong-Jin Cho

  • Ludwig van Beethoven
    Coriolan, Ouvertüre op. 62 (8 Min.)

  • Franz Liszt
    Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 A-Dur (22 Min.)

    Seong-Jin Cho Klavier

  • Ludwig van Beethoven
    Symphonie Nr. 5 c-Moll op. 67 (36 Min.)

  • kostenlos

    Interview
    Seong-Jin Cho im Gespräch mit Kyoungmin Park (8 Min.)

»Es gibt heute nur wenige Poeten am Klavier – einer von ihnen ist Seong-Jin Cho.« So urteilte Simon Rattle, nachdem der junge Koreaner 2017 bei den Berliner Philharmonikern debütiert hatte. Unter Leitung von Andris Nelsons interpretierte er im Dezember 2020 das schwärmerische Zweite Klavierkonzert von Franz Liszt. Sein Auftritt wurde gerahmt durch Beethovens Coriolan-Ouvertüre und die gewichtige Fünfte Symphonie, mit der das Beethoven-Jahr langsam ausklang.

Andris Nelsons ist Musikdirektor des Boston Symphony Orchestra (seit der Saison 2014/2015) und Gewandhauskapellmeister in Leipzig (seit Februar 2018). Daraus entstand auch eine Verbindung zwischen den zwei Institutionen, die sich z. B. in gemeinsamen Konzerten beider Orchester in Boston im Herbst 2019 zeigte. Im Laufe seiner Karriere hat Nelsons außerdem vielfach mit den Wiener Philharmonikern, dem Royal Concertgebouw Orchestra und dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks zusammengearbeitet und war häufiger Gast bei den Bayreuther Festspielen sowie am Royal Opera House Covent Garden. Mit den Berliner Philharmonikern arbeitet Andris Nelsons seit seinem Debüt im Oktober 2010 regelmäßig zusammen.

1978 in Riga als Kind einer Musikerfamilie geboren, begann Nelsons seine Laufbahn als Trompeter im Orchester der Lettischen Nationaloper bevor er Dirigieren studierte. Er wurde Schüler von Alexander Titov in St. Petersburg und besuchte Meisterkurse bei Neeme Järvi und Jorma Panula, überdies wurde Mariss Jansons zu seinem wichtigsten Mentor. Von 2003 bis 2007 war Andris Nelsons Musikdirektor der Lettischen Nationaloper, in den Jahren 2006 bis 2009 Chefdirigent der Nordwestdeutschen Philharmonie in Herford. Von 2008 bis Sommer 2015 stand er an der Spitze des City of Birmingham Symphony Orchestra.

Seong-Jin Cho wurde 2015 weithin bekannt, als er beim Internationalen Chopin-Wettbewerb in Warschau den Ersten Preis und die Goldmedaille gewann. Vier Jahre zuvor erhielt der erst 17-jährige koreanische Pianist den Dritten Preis beim Tschaikowsky-Wettbewerb in Moskau. 1994 in Seoul geboren, begann Seong-Jin Cho im Alter von sechs Jahren mit dem Klavierspiel, fünf Jahre später gab er bereits sein erstes Recital. Mit 14 gewann er den Moskauer Chopin-Wettbewerb für Nachwuchspianisten, mit 15 die Hamamatsu International Competition in Japan als bislang jüngster Musiker in der Geschichte dieses Wettbewerbs. 2012 ging er nach Paris, um bei Michel Béroff am Pariser Conservatoire zu studieren; inzwischen lebt er in Berlin.

Seong-Jin Cho gibt Klavierrecitals in renommierten Sälen wie der Carnegie Hall New York, der Suntory Hall in Tokio, in Amsterdam, London, München und Wien sowie u. a. beim Verbier und Rheingau Festival. Außerdem gastiert Seong-Jin Cho als Solist bei Orchestern wie dem Royal Concertgebouw Amsterdam, dem Orchestre de Paris, den Münchner Philharmonikern, dem Philharmonia London, dem NHK Symphony Orchestra oder dem Budapest Festival Orchestra. Dabei arbeitet er u. a. mit den Dirigenten Simon Rattle, Robin Ticciati, Jaap van Zweden, Yannick Nézet-Seguin und Esa-Pekka Salonen zusammen. Bei den Berliner Philharmonikern debütierte der junge Pianist im November 2017 mit Ravels Klavierkonzert G-Dur, als er bei Konzerten in Berlin, Frankfurt, Hongkong und Seoul für den erkrankten Lang Lang einsprang. Im Mai 2019 gab er auf Einladung der Stiftung Berliner Philharmoniker ein Recital im Kammermusiksaal mit Werken von Schubert, Debussy und Mussorgsky.

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