Konzert

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In seinem Buch Die Zwölf: Vom Siegeszug der 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker erinnert sich Wolfgang Stresemann an den Moment, als Rudolf Weinsheimer für sich und alle 11 Kollegen der Cello-Gruppe einen Urlaubsschein einreichte. Bei dem langjährigen Intendanten der Berliner Philharmoniker löste der Gedanke, »die 12« könnten Gefallen daran finden, beim Musizieren unter sich zu bleiben, durchaus gemischte Gefühle aus: Ohne Celli kann ein Orchester schließlich weder proben noch konzertieren. Seine Zustimmung sollte Stresemann jedoch nicht bereuen, denn der Welterfolg des Ensembles trug auch beträchtlich zur Reputation des Orchesters bei. 

Alles begann mit dem wunderbar schwelgerischen Hymnus op. 57 von Julius Klengel, den ein Redakteur beim ORF aufgespürt hatte: Das Stück erforderte genau die Anzahl der philharmonischen Cellisten. Bald konnte mit Boris Blachers Rumba philharmonica auch ein erstes Auftragswerk uraufgeführt werden. Bis heute folgten zahlreiche Werke so bedeutender Komponist*innen wie Iannis Xenakis, Jean Françaix, Wolfgang Rihm, Arvo Pärt, Kaija Saariaho und Sofia Gubaidulina. 

1990, kurz vor dem 20-jährigen Bestehen der Gruppe schrieb Stresemann: »Alle Anzeichen sprechen dafür, dass Fortuna […] die zwölf ›Cello-Paganinis‹ auch ins neue Jahrtausend begleiten wird« – die Voraussage hat sich glänzend bestätigt. Zum 50. Jubiläum spielt das Ensemble die Stücke von Klengel und Blacher und zeigt mit Tango- und Filmmusik sowie den Werken amerikanischer, französischer und italienischer Komponisten unbändige Spiellust und stilistische Vielseitigkeit. Auch wenn der Abend mit dem Beatles-Song Yesterday nostalgisch ausklingt, muss man sich um die Zukunft der 12 Cellisten keine Sorgen machen. 

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