Europakonzert 2026 mit Kirill Petrenko und Gautier Capuçon aus Schloss Esterházy

Auf den Spuren der Wiener Klassik wandelt das diesjährige Europakonzert der Berliner Philharmoniker mit Kirill Petrenko: Fast 30 Jahre wirkte Joseph Haydn auf Schloss Esterházy. Hier erklingt nach einer Ouvertüre von ihm die Zweite Symphonie seines Schülers Ludwig van Beethoven. Eine eher Mozartsche Sicht auf die Klassik bieten Peter Tschaikowskys Rokoko-Variationen mit Cellist Gautier Capuçon – und Igor Strawinskys Pulcinella blickt sogar bis in die Barockzeit zurück.

Seit 1649 befindet sich das Schloss Esterházy bei Eisenstadt im österreichischen Burgenland im Besitz der Adelsdynastie Esterházy. Die Fürsten Paul Anton und Nikolaus I. waren kundige Musikliebhaber, und so förderten sie das Schaffen von Joseph Haydn, der – abgeschieden von den Musikmetropolen Europas – einen Großteil seines Lebens an ihrem Hof verbrachte. Als Erster Kapellmeister schrieb er hier etwa 90 Symphonien und organisierte unzählige Aufführungen dieser und weiterer Werke. Bei seinem Dienstantritt 1761 war das Fürstenhaus Esterházy eines der mächtigsten und reichsten der Habsburger Monarchie. Diese Stellung repräsentiert der prunkvolle Barocksaal – zunächst Großer Festsaal, bald aber nur noch Haydnsaal genannt – in dem sich, unter prächtigen, die Decke zierenden Fresken regelmäßig die damalige High Society versammelte, um den von Haydn geleiteten Konzerten beizuwohnen. Provinziell-ländlich war zwar die Umgebung, doch kultiviert und weltoffen das Publikum, das am Schloss Estherházy ein und aus ging: Man sprach Deutsch, Ungarisch, Französisch und Italienisch, und auch Menschen slowakischen und kroatischen Ursprungs sowie Sinti und Roma waren ganz natürlich Teil der Gesellschaft.

2026 dient das Schloss als Spielstätte des Europakonzerts der Berliner Philharmoniker, mit dem das Orchester seit nunmehr 35 Jahren am 1. Mai nicht nur seine Gründung, sondern auch die gemeinsamen Werte eines friedlichen Europas zelebriert. Haydns festlich-galante Ouvertüre in der seinerzeit als besonders majestätisch geltenden Tonart D-Dur eröffnet das Programm an diesem für den Komponisten so bedeutsamen Ort.

Als »das strahlende Symbol der Eintracht Europas, der menschlichen Brüderlichkeit« bezeichnete Romain Rolland 1927 Ludwig van Beethoven. Der Bonner studierte in Wien etwa zwei Jahre bei Haydn, nachdem dieser Schloss Esterházy verlassen hatte. Beethovens Zweite Symphonie ist hörbar von seinem Lehrer geprägt, so kommt zum Beispiel in spielerischen Motiven ein typisch Haydnscher Witz zum Ausdruck. Dank einer stärkeren dramatischen Zuspitzung sowie eines drängend-kämpferischen Charakters trägt sie jedoch zugleich Beethovens individuelle Handschrift.

Chefdirigent Kirill Petrenko präsentiert zudem die Pulcinella-Suite, mit der sich Igor Strawinsky vor Haydn und den Wiener Klassikern ebenso wie vor der italienischen Commedia dell’arte verneigte. Star-Cellist Gautier Capuçon, der bereits 2012 gemeinsam mit den Berliner Philharmonikern im Rahmen eines Europakonzerts in Österreich auftrat, ist Solist in Peter Tschaikowskys Variationen über ein Rokoko-Thema – einer reizvollen Begegnung von klassischer Eleganz und romantischer Virtuosität.

Berliner Philharmoniker
Kirill Petrenko
Gautier Capuçon

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Künstler*innen

Kirill PetrenkoChefdirigent seit 2019
Joseph HaydnKomponist
Igor StrawinskyKomponist
Peter TschaikowskyKomponist
Gautier CapuçonVioloncello
Ludwig van BeethovenKomponist

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