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Keine andere Symphonie von Gustav Mahler nimmt eine so lange Spieldauer in Anspruch wie seine Dritte, mit der der Komponist die Monumentalität seiner vorausgegangenen Auferstehungs-Symphonie noch einmal überbot. Die Berliner Philharmoniker verbindet mit diesem Stück eine besondere Beziehung, schließlich wurden vom Orchester 1897 die Sätze zwei, drei und sechs unter der Leitung von Felix Weingartner aus der Taufe gehoben, bevor fünf Jahre später der Komponist selbst die erste vollständige Aufführung des Werks in Krefeld dirigierte.

»Meine Symphonie wird etwas sein, was die Welt noch nicht gehört hat! Die ganze Natur bekommt darin eine Stimme und erzählt so tief Geheimes, das man vielleicht im Traume ahnt«, erklärte Gustav Mahler selbst während des Entstehungsprozesses. Den hohen Anspruch des Werks verdeutlicht bereits die Tonart, denn es steht wie Beethovens und Bruckners letzte Symphonien in d-Moll. Und wie Beethovens symphonisches Vermächtnis wird das Orchester durch Singstimmen ergänzt, wie Bruckners (unvollendete) Neunte endet die Komposition mit einem langsamen Satz.

Die in zwei Abteilungen untergliederte Symphonie beginnt mit einem mehr als halbstündigen Satz, der von Marschliedern und Naturlauten sowie, in den Worten des Komponisten, »mit furchtbarer Gewalt« einbrechenden Schockmomenten charakterisiert ist. Wie die Schwestersymphonien zwei und vier enthält auch die Dritte die Vertonung eines Textes aus der romantischen Gedicht- und Liedsammlung Des Knaben Wunderhorn: Kinder- und Frauenchor singen vom himmlischen Leben, als Antwort auf den vorangegangenen vierten Satz, in dem ein Mezzosopran Worte aus Friedrich Nietzsches Also sprach Zarathustra zu Gehör bringt: »Weh spricht: Vergeh! Doch alle Lust will Ewigkeit«. Das abschließende Adagio ist ein endlos strömender, weltumarmender Hymnus, der laut eines später vom Komponisten zurückgezogenen Programms die Sprache der Liebe selbst zum Ausdruck bringen sollte.

Die Aufführung des Werks mit den Berliner Philharmonikern lag im Dezember 2008 in den Händen von Zubin Mehta, der seit seinem Debüt im Jahre 1961 in nahezu jeder Spielzeit ans Pult des Orchesters zurückgekehrt ist. Solistin des Abends war die Mezzosopranistin Lioba Braun, die dem internationalen Publikum unter anderem wegen mehrerer Konzerte mit Claudio Abbado und ihrer maßstabsetzenden Auftritte als Brangäne bei den Bayreuther Festspielen bestens bekannt ist.

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