Konzert

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Als die Berliner Philharmoniker in der Spielzeit 2008/2009 in mehreren Konzertprogrammen Symphonien Schumanns mit Werken von Bernd Alois Zimmermann kombinierten, lag eine Einladung von Heinz Holliger besonders nahe. Der Schweizer Komponist, Oboist und Dirigent hat sich seit seiner Jugend intensiv mit der Musik Schumanns beschäftigt, die auch in seinen eigenen Werken tiefe Spuren hinterlassen hat. Auch mit Zimmermann verbindet Holliger eine Wahlverwandtschaft.

Das Programm war symmetrisch aufgebaut: Von Schumann und Zimmermann erklangen jeweils ein symphonisches Werk und eine Komposition für Geige und Orchester. Schumanns Violin-Fantasie entstand im zeitlichen Umfeld seines Konzerts für dasselbe Instrument und erfreute sich nach der Uraufführung mit Joseph Joachim einer gewissen Beliebtheit, bevor es fast vollständig von den Spielplänen des Klassikbetriebs verschwand. Zu den populärsten Werken des Komponisten gehört dagegen dessen Frühlingssymphonie von 1841, die mit vorangestelltem Motto, originellem Formverlauf und der Integration liedhafter Elemente einen eigenständigen Typus der Symphonie nach Beethoven repräsentiert.

Wie Schumann entzieht sich auch Zimmermann zu einem großen Teil musikgeschichtlichen und stilistischen Kategorien. In seinen Werken findet man den Einfluss der Populärkultur und Zitate aus der Musikgeschichte ebenso wie Experimente mit der Dodekaphonie in der Nachfolge Arnold Schönbergs. Seine zunächst als Ballettmusik entstandene Komposition Alagoana ist durch eine komplexe zeitliche Struktur und eine aparte Besetzung mit Instrumenten wie Vibrafon, Gitarre, Celesta, Cembalo und Saxofon-Quartett gekennzeichnet. Als Solist des Konzerts war der Geiger Thomas Zehetmair zu erleben, der 1985 bei den Berliner Philharmonikern debütiert hatte und gleichermaßen für seine unkonventionellen Interpretationen bekannter Werke wie für sein furchtloses Engagement für Raritäten bekannt ist.

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