Antrittskonzert: Kirill Petrenko dirigiert Beethovens Neunte Symphonie

Antrittskonzert: Kirill Petrenko dirigiert Beethovens Neunte Symphonie

Berliner Philharmoniker
Kirill Petrenko

Marlis Petersen

  • Alban Berg
    Symphonische Stücke aus der Oper Lulu

    Marlis Petersen Sopran

  • Ludwig van Beethoven
    Symphonie Nr. 9 d-Moll op. 125 mit dem Schlusschor über Schillers Ode »An die Freude«

    Marlis Petersen Sopran, Elisabeth Kulman Mezzosopran, Benjamin Bruns Tenor, Kwangchul Youn Bass, Rundfunkchor Berlin Chor, Gijs Leenaars Chor-Einstudierung

Endlich ist es soweit! An diesem Abend steht Kirill Petrenko zum ersten Mal als neuer Chefdirigent am Pult der Berliner Philharmoniker. Für seinen Amtsantritt hat er eines der größten symphonischen Meisterwerke des 19. Jahrhunderts auf das Programm gesetzt: die Neunte Symphonie von Ludwig van Beethoven. Quasi aus dem Nichts, aus einem einfachen Quintklang, kreiert Beethoven in diesem Werk ein überwältigendes musikalisches Spannungsfeld, das Erlösung und Überhöhung in dem hymnischen, visionären Chorfinale »Freude, schöner Götterfunken« findet.

Die Symphonie besitzt in mehrfacher Hinsicht eine große Symbolkraft. Der grandiose Finalsatz mit dem Schlusschor über Schillers Ode »An die Freude« könnte zum Einen nicht eindringlicher den Enthusiasmus zum Ausdruck bringen, mit dem Petrenko und die Philharmoniker in die gemeinsame Zukunft starten, zum anderen transportiert die Neunte auch ein wichtiges Statement, ein klares Bekenntnis zur Humanität, zur Gleichheit aller Menschen.

Die Aufführung der Symphonie eröffnet darüber hinaus den Beethoven-Schwerpunkt, der diese Spielzeit anlässlich des 250. Geburtstags des Komponisten im Jahr 2020 programmatisch prägt. Gleichzeitig ist sie eine musikalische Hommage an die vorangegangen Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker. Angefangen mit Hans von Bülow, der das Werk in einem Konzert gleich zweimal hintereinander darbot, über Arthur Nikisch, Wilhelm Furtwängler und Herbert von Karajan, der die Symphonie u. a. bei der Eröffnung der neuerbauten Philharmonie 1963 dirigierte, bis hin zu Claudio Abbado und Sir Simon Rattle hat jeder der Dirigenten mit einer eigenen, unnachahmlichen Interpretation der Neunten Symphonie begeistert.

Die Saisoneröffnung bietet auch der Sopranistin Marlis Petersen die Gelegenheit zu ihrem ersten großen Auftritt als Artist in Residence 2019/2020. Die Künstlerin hat bereits mehrfach mit Kirill Petrenko zusammengearbeitet. Im Sommer 2019 gibt sie unter seiner Leitung an der Bayerischen Staatsoper ihr Rollendebüt als Salome in der gleichnamigen Oper von Richard Strauss. Das Publikum erlebt sie hier in zwei sehr gegensätzlichen Werken: So singt sie den Solosopran in Beethovens Neunter und den Gesangspart in Alban Bergs Symphonischen Stücken aus der Oper Lulu, die zu Beginn des Saisoneröffnungskonzerts erklingen. Die Rolle der Lulu hat Marlis Petersen den internationalen Durchbruch beschert. In den Symphonischen Stücken, die der Komponist 1934 herausgebracht hat, um Publikum, Dirigenten und Intendanten auf seine neue Oper Lulu neugierig zu machen, präsentiert sie nochmal einige Facetten ihrer Glanzpartie.

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