»Die Goldenen Zwanziger«: Christian Thielemann dirigiert Hindemith, Strauss und Busoni

27. Feb 2021
Online-Festival: Die Goldenen Zwanziger

Berliner Philharmoniker
Christian Thielemann

Camilla Nylund

  • Paul Hindemith
    Neues vom Tage, Ouvertüre mit Konzertschluss (8 Min.)

  • Ferruccio Busoni
    Tanz-Walzer für Orchester op. 53 (13 Min.)

  • Johann Strauss (Sohn)
    Künstlerleben, Walzer op. 316 (11 Min.)

  • Richard Strauss
    6 Orchesterlieder (21 Min.)

    Camilla Nylund Sopran

  • Richard Strauss
    Die Tageszeiten, Liederzyklus für Männerchor und Orchester op. 76 (26 Min.)

    Rundfunkchor Berlin

  • kostenlos

    Interview
    Christian Thielemann im Gespräch mit Oliver Hilmes (16 Min.)

Im Rahmen des Online-Festivals Die Goldenen Zwanziger dirigierte Christian Thielemann Werke von Ferruccio Busoni, Paul Hindemith und Richard Strauss. Von Busoni, der in zahlreichen Konzerten der Berliner Philharmoniker als Pianist und Dirigent auftrat, erklingt der Tanz-Walzer von 1921. Das Werk lässt auf eine gravitätische Einleitung eine Reihe von geistreichen Episoden folgen, in denen sich Eleganz mit orchestraler Wucht verbindet.

Wie vor ihm Busoni schlug auch Hindemith eine akademische Laufbahn ein, als er 1927 eine Professur an der Berliner Hochschule für Musik übernahm. Aus dem ehemaligen Bürgerschreck war damals bereits ein international renommierter Komponist geworden, dessen Werke Wilhelm Furtwängler besonders schätzte. Das Vorspiel der Oper Neues vom Tage beginnt, im Geist einer Figaro-Ouvertüre für das 20. Jahrhundert, mit rasanten Streicherfiguren; danach lassen sich nachdenklichere Töne vernehmen, die durch zwei Alt-Saxofone eine leichte Jazz-Färbung erhalten.

Um Richard Strauss war es in den zwanziger Jahren etwas ruhiger geworden. Die Zeit der symphonischen Dichtungen war vorüber, und für das Musiktheater entstanden nur die bis heute wenig bekannten Opern Intermezzo und Die ägyptische Helena. Christian Thielemann hat die Zwischenspiele aus Intermezzo vor wenigen Jahren in den philharmonischen Konzerten vorgestellt und dirigiert nun erneut ein unterschätztes Werk aus dieser Schaffensperiode: den wunderbar sonor tönenden Zyklus Die Tageszeiten auf Gedichte von Joseph von Eichendorff mit der ungewöhnlichen Besetzung für Männerchor und Orchester. Ergänzt wird das Programm durch Orchesterlieder von Strauss mit der Sopranistin Camilla Nylund, die besonders als Strauss-Interpretin international gefeiert wurde, etwa als Arabella und als Marschallin im Rosenkavalier.

Christian Thielemann ist seit 2012 Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle Dresden. Ein Jahr danach übernahm er außerdem die künstlerische Leitung der Salzburger Osterfestspiele, deren Residenzorchester die Staatskapelle ist. Der gebürtige Berliner hat in seiner Heimatstadt an der Hochschule der Künste studiert und begann seine Laufbahn 1978 als Korrepetitor an der Deutschen Oper Berlin. Über Stationen in Gelsenkirchen, Karlsruhe, Hannover und Düsseldorf kam Christian Thielemann 1988 als Generalmusikdirektor nach Nürnberg. 1997 kehrte er in seine Heimatstadt als Generalmusikdirektor der Deutschen Oper Berlin zurück, bevor er das gleiche Amt von 2004 bis 2011 bei den Münchner Philharmonikern innehatte. Intensiv widmet sich Christian Thielemann den Werken der Klassik und Romantik, wobei sein breites Repertoire von Bach bis hin zu Henze, Rihm und Gubaidulina reicht. Eine enge Zusammenarbeit verbindet ihn mit den Wiener und Berliner Philharmonikern sowie mit den Bayreuther Festspielen, wo er seit seiner ersten Verpflichtung im Sommer 2000 (Die Meistersinger von Nürnberg) alljährlich zu Gast war. Nach fünf Jahren als musikalischer Berater auf dem »Grünen Hügel« wurde er 2015 zum Musikdirektor der Bayreuther Festspiele ernannt. Darüber hinaus folgt er Einladungen der großen Orchester in Europa, den Vereinigten Staaten, Israel und Asien. In den Konzerten der Berliner Philharmoniker, bei denen er 1996 debütierte, war Christian Thielemann zuletzt im Dezember 2019 zu Gast. Auf dem Programm standen Werke von Richard Wagner und Richard Strauss.

Camilla Nylund zählt heute zu den führenden lyrisch-dramatischen Sopranen. Geboren in Vaasa (Finnland), studierte sie bei Eva Illes und am »Mozarteum« in Salzburg. Nach ihrem Debüt als Micaela in Carmen n der Niedersächsischen Staatsoper Hannover wurde sie dort für die Spielzeiten 1995 bis 1999 engagiert. Von 1999 bis 2002 gehörte sie zum Ensemble der Dresdner Semperoper. Bekannt wurde die Sopranistin insbesondere mit Strauss- und Wagner-Partien, die weiter einen Schwerpunkt ihres Repertoires bilden. Der internationale Durchbruch kam in der Spielzeit 2004/2005 mit drei Rollendebüts: als Elisabeth (Tannhäuser) an der Bayerischen Staatsoper in München, als Salome in Köln und als Leonore (Fidelio) am Opernhaus Zürich – seither ihre Paraderollen. Camilla Nylund ist an den großen Opernhäusern, etwa in Wien, Paris, Tokio, Helsinki und Paris, sowie bei den Salzburger Festspielen und den Bayreuther Festspielen zu Gast. In Berlin war sie sowohl an der Deutschen Oper als auch mehrfach an der Staatsoper zu erleben. 2011 debütierte die Sopranistin am Royal Opera House Covent Garden in London. Im Dezember 2019 gab sie als Marschallin ihr Debüt an der Metropolitan Opera in New York. Darüber hinaus tritt Camilla Nylund auch als Konzertsängerin international auf; sie arbeitete u. a. mit Dirigenten wie Daniel Barenboim, Nikolaus Harnoncourt, Zubin Mehta, Riccardo Muti und Christian Thielemann zusammen. Mit Sir Simon Rattle und den Berliner Philharmonikern war sie u. a. als Leonore in Beethovens Fidelio sowie als Solistin in Beethovens Neunter Symphonie zu hören.

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