19. Jun 2021

Berliner Philharmoniker
Jean-Christophe Spinosi

Philippe Jaroussky

  • Antonio Vivaldi
    Arie »Vedrò con mio diletto« aus der Oper Il Giustino RV 725 (7 Min.)

    Philippe Jaroussky Countertenor

  • Antonio Vivaldi
    Arie »Gemo in un punto e fremo« aus der Oper L’Olimpiade RV 725 (4 Min.)

    Philippe Jaroussky Countertenor

  • Joseph Haydn
    Symphonie Nr. 82 C-Dur »L’Ours« (30 Min.)

  • Gioacchino Rossini
    Cavatine »Di tanti palpiti« aus der Oper Tancredi (9 Min.)

    Philippe Jaroussky Countertenor

  • Wolfgang Amadeus Mozart
    Symphonie Nr. 41 C-Dur KV 551 »Jupiter« (33 Min.)

  • kostenlos

    Interview
    Jean-Christophe Spinosi und Philippe Jaroussky im Gespräch mit Solène Kermarrec (16 Min.)

Die Vertreter der historischen Aufführungspraxis konzentrierten sich in ihren Anfängen in den 1950er Jahren auf die Musik des Barock-Zeitalters und arbeiteten sich in der Folgezeit bis weit ins 19. Jahrhundert vor. Diese Entwicklung präsentieren die Berliner Philharmoniker unter der Leitung des  Dirigenten Jean-Christophe Spinosi im Verlauf eines einzigen Konzertprogramms, das von Antonio Vivaldi über Mozart und Haydn bis zum Frühromantiker Gioacchino Rossini reicht.

Haydns 82. Symphonie ist die zuletzt komponierte seiner sechs sogenannten Pariser Symphonien aus den 1780er Jahren. Dass diese im Auftrag eines französischen Konzertveranstalters entstanden, belegt die internationale Reputation, die Haydn inzwischen erworben hatte. Den Beinamen »L’Ours« (Der Bär) verdankt das Stück seinem Finalsatz. Er erinnerte Zeitgenossen an die Musik, die damals zur Belustigung des Publikums in den Straßen gespielt wurde, um Bären zum Tanzen zu bringen. 

Mit seiner letzten, der Jupiter-Symphonie erreichte Mozart einen Gipfel seiner Kompositionskunst. Im Finale entfesselt der Komponist ein kontrapunktisches Feuerwerk, in dem nicht weniger als fünf Themen und Motive gleichzeitig erklingen.

Neben Spinosi feiert in diesem Konzert auch Philipp Jaroussky sein Debüt bei den Berliner Philharmonikern. Der französische Countertenor, der wie Spinosi durch die Gründung eines eigenen Ensembles in Erscheinung getreten ist, zeigt in Interpretationen von Vivaldi- und Rossini-Arien das weite stilistische Spektrum, das sich die führenden Vertreter seines Fachs inzwischen erobert haben.

Barock oder Rock – für Jean-Christophe Spinosi, Fan von Nikolaus Harnoncourt und Eddie Van Halen, sind das keine Gegensätze. Das zeigte er etwa mit seinem »Tribute to Eddie Van Halen & Antonio Vivaldi«, bei dem er Musik des Barockkomponisten und des E-Gitarristen zu einem mitreißenden Arrangement für Orchester, Rockband und E-Geige verschmolz. Seine Liebe zur Musik des 17. und 18. Jahrhunderts entdeckte der charismatische Franzose, der sich zunächst zum Geiger berufen fühlte, als 13-Jähriger. 1991 gründete er das Ensemble Matheus, das heute weltweit gastiert und sich vor allem auf die Aufführung der Werke Antonio Vivaldis spezialisiert hat – allerdings nicht ausschließlich, wie erfolgreiche Produktionen von Mozart- und Rossini-Opern am Pariser Théâtre du Châtelet, am Théâtre des Champs-Élysées und am Theater an der Wien beweisen. Eine langjährige Zusammenarbeit verbindet Jean-Christophe Spinosi mit Cecilia Bartoli und Philippe Jaroussky. Auch von Symphonieorchestern wird er regelmäßig eingeladen, darunter das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin, das hr-Sinfonieorchester und das City of Birmingham Symphony Orchestra. Bei der Begegnung mit solchen Klangkörpern gebe es – so Spinosi – »oft wunderbare Überraschungen, einen menschlichen und musikalischen Austausch, der zu ganz neuen Erfahrungen führt«. Nun ist er erstmals bei den Berliner Philharmonikern zu Gast.

Strahlend, zart schmelzend und schwerelos – Philippe Jarousskys Countertenor besitzt ein einzigartiges, unverwechselbares Timbre, ideal für die Vokalmusik des Barock. Als Interpret der Werke Claudio Monteverdis, Georg Friedrich Händels und Antonio Vivaldis sang er sich an die Weltspitze. Dabei beeindruckt der Franzose immer wieder mit der virtuosen Leichtigkeit seiner Stimme, mit der er scheinbar mühelos die brillantesten Koloraturen meistert. Ursprünglich wollte Philippe Jaroussky Geiger werden, doch dann hörte er den Countertenor Fabrice di Falco Händel-Arien singen und spürte sofort: »Das ist meins! Die Entscheidung, Countertenor zu werden, habe ich praktisch an einem Abend getroffen«, so Jaroussky. Er ließ seine Stimme bei Nicole Fallien ausbilden und feierte erste Erfolge in Produktionen von Monteverdi-Opern am Pariser Théâtre des Champs-Élysées. Weitere Meilensteine seiner Karriere waren die Zusammenarbeit mit René Jacobs an der Staatsoper Unter den Linden, die Uraufführung von Kaija Saariahos Doppeloper Only the Sound Remains am Opernhaus Amsterdam, bei der Philippe Jaroussky auch als Interpret zeitgenössischer Musik glänzte, und seine Mitwirkung bei der Eröffnung der Hamburger Elbphilharmonie 2017. Mit Jean-Christophe Spinosi, mit dem er in diesen Konzerten gemeinsam sein Debüt bei den Berliner Philharmonikern gibt, verbindet den Sänger eine langjährige künstlerische Freundschaft.

Philippe Jaroussky tritt in der Digital Concert Hall mit freundlicher Genehmigung von Warner Classics/Erato auf. 
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