Konzert

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Drei vom Nationalsozialismus verfolgten Komponisten widmen Chefdirigent Kirill Petrenko und die Berliner Philharmoniker – im Rahmen des Saison-Schwerpunkts »Lost Generation« – dieses Programm: Erwin Schulhoff wurde 1941 in Prag verhaftet und in ein Internierungslager in Bayern deportiert, wo er nach einem Jahr starb. Leone Sinigaglia erlag 1944 bei seiner Festnahme durch die deutschen Besatzer einem Herzinfarkt, und zwei Jahre zuvor war Alexander Zemlinsky als vereinsamter Exilant in New York gestorben.

Schulhoffs Zweite Symphonie entstand in den frühen 1930er Jahren, als sich der Komponist vom Avantgarde-Stil seiner Jugend abwendete, um eine »unerbittliche« und »kompromisslose« Musik zu schreiben. Davon ist allerdings – anders als in der wenig später komponierten Vertonung des Kommunistischen Manifests – in der eher neoklassizistisch anmutenden Symphonie noch wenig zu hören. Der vom Jazz inspirierte Scherzo-Satz, in dem gestopfte Trompete, Banjo und Saxophon zum Einsatz kommen, erinnert an die raffinierte Lässigkeit Kurt Weills.

Der aus Turin stammende Leone Sinigaglia war einerseits stark von der deutsch-österreichischen Tradition beeinflusst, hielt aber andererseits seiner norditalienischen Heimat die Treue, wie die hier vom Ersten philharmonischen Konzertmeister Noah Bendix-Balgley aufgeführte Rapsodia piemontese für Violine und Orchester zeigt.

Stilistisch stand Alexander Zemlinsky zwischen Gustav Mahler und Arnold Schönberg, mit denen er persönlich und künstlerisch eng verbunden war. Die atmosphärisch dichte und eindrucksvoll instrumentierte Lyrische Symphonie für zwei Solostimmen und Orchester gilt als Meisterwerk des Komponisten. Die Vokalvertonungen basieren auf Texten des indischen Nobelpreisträgers Rabindranath Tagore und werden hier von der Sopranistin Lise Davidsen und dem Bariton Christian Gerhaher vorgetragen.  

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