Philharmonische Kammermusik: »Rêverie française«

Flöte und Harfe stehen im Mittelpunkt dieses Konzerts, hier gespielt von Emmanuel Pahud, Soloflötist der Berliner Philharmoniker, und Soloharfenistin Marie-Pierre Langlamet. Sie präsentieren ein Programm mit französischer Musik – elegant, klangsinnlich und virtuos. Bruno Delepelaire, Erster Solocellist der Berliner Philharmoniker, steuert dazu sein eigenes Werk Rêverie française bei. Von Composer in Residence Wolfgang Rihm erklingt das atmosphärisch dichte Septett En plein air.
Es entspricht einer langen Tradition, dass bis heute so viele glänzende Flötist*innen und Harfenist*innen aus Frankreich stammen. Wolfgang Amadeus Mozart hätte sein berühmtes Doppelkonzert für diese beiden Instrumente vermutlich nicht geschrieben, wäre ihm während seines Paris-Aufenthalts nicht ein entsprechender Auftrag erteilt worden. Auch Claude Debussy war vom zarten Zusammenklang von Flöte und Harfe fasziniert. Seine Werke inspirierten zahlreiche Komponist*innen der Moderne. Auch Bruno Delepelaire, Erster Solocellist der Berliner Philharmoniker, wählte die reizvolle Duo-Besetzung für seine hier uraufgeführte Rêverie française.
Von Debussy erklingen in diesem Programm sein frühes Streichquartett und die Erste Klarinetten-Rhapsodie. Ersteres besticht durch seine schillernde Textur und seine an César Franck anknüpfende »zyklische Form«, in der alle Sätze durch ein gemeinsames Thema verbunden sind. Die Erste Klarinetten-Rhapsodie entstand im Rahmen seiner Tätigkeit als Mitglied eines Beratungsgremiums des Pariser Konservatoriums – als Prüfungsstück für Studierende des Instruments. Sie wurde 1911 zum ersten Mal öffentlich aufgeführt.
Im selben Jahr entstand Lili Boulangers zauberhaftes, ursprünglich für Geige und Klavier geschriebenes Nocturne, das von langen Melodiebögen und einer verhaltenen Schwermut beherrscht ist. Die hochbegabte Komponistin gewann 1913 sensationell den renommierten Prix de Rome, starb jedoch nach schwerer Krankheit bereits im Alter von nur 24 Jahren.
Wie Claude Debussy liebte sein Zeitgenosse Jean Cras das Meer. Während der gebürtige Bretone als Marineoffizier Karriere machte, widmete er sich ohne professionelle musikalische Ausbildung dem Komponieren – mit außergewöhnlichem Naturtalent, wie sein Harfenquintett zeigt. Entstanden »à bord de la Provence – Toulon« (auf dem Schiff La Provence in der Nähe von Toulon), wie Cras in der Partitur vermerkte, verarbeitet das 1928 uraufgeführte Stück diverse Eindrücke seiner Seereisen, unter anderem nach Nord- und Westafrika.
Auch in diesem Konzert präsentieren Mitglieder der Berliner Philharmoniker ein Werk des Composer in Residence 2024/25 Wolfgang Rihm. Sein 2005 uraufgeführtes Werk En plein air verfasste er für das Minguet Quartett und Jörg Widmann, mit denen Rihm eine besonders enge künstlerische Partnerschaft verband.
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