Zubin Mehta und Pinchas Zukerman

Antonín Dvořák wurde durch Anklänge böhmischer Folklore in seiner Musik berühmt. Mit seiner Siebten Symphonie zeigte er sich von einer ganz anderen Seite: düster, melancholisch, sogar kämpferisch. Mit betörend innigen Melodien und eleganter Virtuosität wiederum besticht das Erste Violinkonzert von Max Bruch. Solist ist Pinchas Zukerman, der ebenso wie Dirigent Zubin Mehta seit Jahrzehnten mit den Berliner Philharmonikern verbunden ist. Den Auftakt macht Mozarts quirlige Figaro-Ouvertüre.

1970 trat Pinchas Zukerman zum ersten Mal mit den Berliner Philharmonikern auf – es folgte eine Weltkarriere als Geiger, Dirigent und Pädagoge. Sein letzter Besuch fand 2017 im Rahmen eines Benefizkonzerts statt. Damals wie auch hier stand ein enger Freund Zukermans am Pult: Zubin Mehta, der das Orchester häufiger als jeder andere Gastdirigent geleitet hat.

Durch sein Erstes Violinkonzert ereilte Max Bruch ein Schicksal, das einen produktiven Komponisten wie ihn langfristig nur frustrieren konnte: Er wurde ein One-Hit-Wonder. Bruch schrieb viele weitere Werke, darunter drei Symphonien und vier Opern, die – zu seinem Leidwesen – von seinen Zeitgenossen weitgehend unbeachtet blieben. Umso mehr verfluchte er das 1868 uraufgeführte Violinkonzert g-Moll, das sich mit originellen Einfällen, einem schwelgerischen Ton und einer perfekten Form in Windeseile verbreitete und einen festen Platz im Repertoire fand. Die spontan wirkende Virtuosität des grifftechnisch dankbaren Soloparts verdankt das Konzert seinem Widmungsträger Joseph Joachim, der dem Komponisten maßgeblich bei der Ausgestaltung half. Mit einer rhapsodischen Kadenz hebt die Solovioline an – und setzt den melancholisch-getragenen Ton für den von Bruch als »Vorspiel« bezeichneten Satz. Er präsentiert mal zart singende, mal glutvoll dramatische Motive, bevor er wieder in die Kadenz des Beginns mündet. Nahtlos schließt sich der zweite Satz an, ein inniges Lied ohne Worte. Der Schlusssatz beginnt ungarisch tanzend – und die Ähnlichkeit zu Brahms’ rund zehn Jahre später komponierten Violinkonzert-Finale ist nicht zufällig: Auch hier hatte der Ungar Joachim seine Finger im Spiel.

Johannes Brahms verband mit Antonín Dvořák eine der fruchtbarsten Künstlerfreundschaften des 19. Jahrhunderts. Auf Empfehlung von Brahms veröffentlichte der Verleger Fritz Simrock Dvořáks Slawische Tänze, die dem Tschechen 1878 zu Bekanntheit verhalfen, während ihm jedoch hartnäckig der Ruf eines einfachen »böhmischen Musikanten« anhaftete. Sechs Jahre später beauftragte ihn die Royal Philharmonic Society mit einer Symphonie – und Dvořák präsentierte seine Siebte, die er schon zuvor inspiriert von Brahms’ Dritter begonnen hatte. Die Londoner Uraufführung geriet zum überragenden Triumph. Ihr ernster, aufständischer Charakter und bemerkenswerte Melodienfülle stellten Dvořák in die Reihe der großen Symphoniker. Im Kopfsatz zitiert er das Lied »Immer leiser wird mein Schlummer« – als Dank und Hommage an seinen Mentor Brahms.

Über die ertragreiche Freundschaft zwischen Wolfang Amadeus Mozart und dem Librettisten Lorenzo Da Ponte ist viel geschrieben worden. Durch gegenseitige Wertschätzung und ein beidseitig intuitives Kunstverständnis entstanden Bühnenwerke, in denen Text und Musik perfekt ineinandergreifen. Die Ouvertüre zu Le nozze di Figaro stimmt auf die stürmisch-humorvolle Handlung der Oper ein – und hier auf ein durch und durch stimmungsvolles Programm in Starbesetzung.

 

Berliner Philharmoniker
Zubin Mehta
Pinchas Zukerman

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Künstler*innen

Zubin MehtaDirigent
Wolfgang Amadeus MozartKomponist
Max BruchKomponist
Pinchas ZukermanVioline
Antonín DvořákKomponist

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