Konzert

Mehr zum Konzert

In der Saison 2010/2011 wurde die philharmonische Familie um einen regelmäßigen Gast erweitert: Leif Ove Andsnes, der als Pianist in Residence in Kammermusikabenden mit Mitgliedern der Berliner Philharmoniker zusammenarbeitete und sich auch als Solist präsentierte. Höhepunkt war dieser Abend vom März 2011. Gemeinsam mit Dirigent Bernard Haitink interpretierte Andsnes das Zweite Klavierkonzert von Johannes Brahms, das vielen Pianisten und Musikfreunden als Inbegriff des schwergewichtigen spätromantischen Schlachtrosses gilt. Unter allem Tastendonner findet sich allerdings ein exquisiter, mal delikater, mal pastoraler Grundton. Wie gut Andsnes diese tieferen Schichten in der hier dokumentierten Interpretation freilegte, zeigt ein Kommentar des amerikanischen National Public Radio, wonach der Solist das Werk »mit einer Mischung aus Autorität und Demut« interpretierte, wodurch sich »die musikalische Architektur elegant entfalten konnte.«

Zu Beginn des Abends gedachten Orchester und Publikum der Opfer des Erdbebens und der Nuklearkatastrophe im japanischen Fukushima wenige Tage zuvor. Hierzu erklang in einer Programmänderung Witold Lutosławskis elegische Trauermusik für Streichorchester, ursprünglich entstanden im Gedenken an Béla Bartók. Auch die sich anschließende Vierte Symphonie Lutosławskis von 1992 ist ein Werk der Rückschau, in welchem Lutosławski – zwei Jahre vor seinem Tod – noch einmal alle Techniken seines langen, reichen Komponistenlebens Revue passieren lässt. Bei den Berliner Philharmonikern erklang die vielgestaltige Symphonie in diesem Konzert zum ersten Mal.

Hilfe Kontakt
So geht’s Newsletter Institutioneller Zugang Zugang Gutscheine
Impressum AGB Datenschutz