18. Jun 2016

Berliner Philharmoniker
Sir Simon Rattle

Emanuel Ax

  • Claude Debussy
    Prélude à lʼaprès-midi dʼun faune (11 Min.)

  • Betsy Jolas
    Little Summer Suite (13 Min.)

  • César Franck
    Variations symphoniques für Klavier und Orchester (18 Min.)

    Emanuel Ax Klavier

  • Maurice Ravel
    Miroirs: La Vallée des cloches  (Originalfassung für Klavier) (6 Min.)

    Emanuel Ax Klavier

  • Percy Grainger
    In a nutshell: Auszüge (12 Min.)

  • Maurice Ravel
    Miroirs: La Vallée des cloches (Arrangement für Orchester von Percy Grainger) (6 Min.)

  • Edgard Varèse
    Amériques (35 Min.)

  • kostenlos

    Interview
    Betsy Jolas im Gespräch mit Fergus McWilliam (16 Min.)

Die Uraufführung von Claude Debussys Prélude à l’après-midi d’un faune gilt als Geburtsstunde des musikalischen Impressionismus. Zugrunde liegt dem rund zehnminütigen Orchesterwerk ein 1876 mit einer Illustration von Édouard Manet veröffentlichtes Gedicht des von Debussy bewunderten Lyrikers Stéphane Mallarmé. Der Tänzer Vaclav Nijinsky legte die Komposition 1912 einer seiner skandalträchtigen Choreografien für die epochemachenden Ballets russes zugrunde.

Für einen Skandal ganz anderer Art sorgte 1889 Musik von César Franck: »Was ist das für eine d-Moll-Symphonie, bei der das erste Thema im neunten Takt nach Des, im zehnten nach Ces, im einundzwanzigsten nach Fis, im fünfundzwanzigsten nach C, im neununddreißigsten nach Es, im neunundvierzigsten nach F moduliert?«, fragte Ambroise Thomas in tauber Empörung, nachdem er der Uraufführung der einzigen Symphonie seines belgisch-stämmigen Komponistenkollegen beigewohnt hatte. Drei Jahre zuvor hatte Franck Symphonische Variationen für Klavier und Orchester komponiert. Hört man dieses Werk heute, so erfreut man sich an seinem harmonischen Reichtum ebenso wie an seiner einfallsreichen Formgebung.

Ein halbes Jahrhundert nachdem Franck Paris eroberte, um als Komponist Anerkennung zu finden, übersiedelte der in der Seine-Metropole geborene Edgard Varèse nach New York. Mit der Orchesterkomposition Amériques setzte er seiner Wahlheimat ein musikalisches Denkmal, ohne darüber seine europäischen Wurzeln zu leugnen. Außerdem zu entdecken gilt es in diesem Konzert die ebenfalls in Frankreich und den USA gleichermaßen beheimatete Betsy Jolas, bei der Sir Simon und die Berliner Philharmoniker ein kurzes neues Orchesterstück in Auftrag gegeben haben, sowie den Australier Percy Grainger. Besonderer Kniff dieses raffiniert zusammengestellten Programms: eine Gegenüberstellung von Maurice Ravels Klavierkomposition La Vallée des cloches mit Graingers Orchestrierung desselben Stücks. Wenn Sir Simon und Emanuel Ax gemeinsam ein Konzert gestalten, ist eben immer für Überraschungen gesorgt ...

Emanuel Ax, 1949 in der heutigen Ukraine geboren und schon als Kind in Warschau musikalisch ausgebildet, studierte nach der Übersiedlung seiner Familie in die Vereinigten Staaten bei Mieczyław Munz an der New Yorker Juilliard School. Im Alter von 25 Jahren gewann er den Arthur-Rubinstein-Klavierwettbewerb (Tel Aviv), fünf Jahre später den Avery-Fisher-Preis (New York). Emanuel Ax ist in den internationalen Musikmetropolen und Festivalorten regelmäßig als Konzertsolist der Spitzenorchester sowie mit Klavierabenden und als ambitionierter Kammermusiker zu erleben: Er war langjähriger Duopartner von Isaac Stern und musiziert regelmäßig mit dem Cellisten Yo-Yo Ma sowie den Geigern Jaime Laredo und Itzhak Perlman; mit Yefim Bronfman bildet er ein Klavierduo. Das Repertoire von Emanuel Ax umfasst nicht nur die bedeutenden Werke der Klassik und Romantik; so hat sich der Pianist in den letzten Jahren auch der Gegenwartsmusik zugewandt und Kompositionen von John Adams, Christopher Rouse, Krzysztof Penderecki, Bright Sheng und Melinda Wagner uraufgeführt. Er ist Mitglied der American Academy of Arts and Sciences und Ehrendoktor der Universitäten von Yale und Columbia; seine CD-Einspielungen wurden mehrfach mit dem Grammy Award ausgezeichnet. Bei den Berliner Philharmonikern ist Emanuel Ax seit 1988 wiederholt aufgetreten; in der Saison 2005/2006 war er dem Orchester als Pianist in Residence verbunden. Zuletzt gastierte der Künstler Mitte Oktober 2014 in drei von Andris Nelsons dirigierten philharmonischen Konzerten als Solist in Mozarts Klavierkonzert Es-Dur KV 449 sowie in der Burleske d-Moll von Richard Strauss.

Sony ClassicalEmanuel Ax tritt in der Digital Concert Hall mit freundlicher Genehmigung von Sony Classical auf.

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