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Als Alan Gilbert, damals Chefdirigent des Königlichen Philharmonischen Orchesters Stockholm, zur Spielzeit 2009/2010 zum Music Director des New York Philharmonic Orchestra berufen wurde, kam das für viele überraschend. Schließlich war der gebürtige New Yorker der jüngste Chefdirigent an der Spitze des Orchesters und seit Leonard Bernstein der erste Amerikaner auf diesem renommierten Posten der Musikwelt. Am Pult der Berliner Philharmoniker stand Alan Gilbert erstmals im Februar 2006 und wirkte auch bei seinen späteren philharmonischen Konzerten laut Urteil der Berliner Morgenpost stets wie ein »strahlende[r] Gewinner«. »Ich hatte«, so der unprätentiöse Maestro, »das Glück, eine Zeit lang von Bernstein lernen zu dürfen. Mehr noch als sein Stil hat mich sein Enthusiasmus geprägt. Seine Liebe zur Musik und zu den Menschen – was für ihn das Gleiche war – ist ein ganz wichtiger Einfluss gewesen.«

Bei seinem diesjährigen Gastspiel in Berlin wird sich Alan Gilbert zwei Werken des diesjährigen Residenzkomponisten John Adams widmen: Adams’ Short Ride in a Fast Machine, einem Werk, in dem die Musik mit rhythmisch pulsierender Kraft den Raum durchströmt und in lichter Instrumentation die Gesetze der Schwerkraft außer Kraft zu setzen scheint; weiterhin zu hören ist Lollapalooza für großes Symphonieorchester, das als Geschenk zum 40. Geburtstag von Sir Simon Rattle entstand: Die sich immer wieder neu überlagernden Motive und vertrackten Rhythmen machen diese Musik zu einem mitreißenden Furioso bis zum letzten Paukenschlag. Mit Béla Bartóks Zweitem Violinkonzert steht dann ein lyrisches Werk auf dem Programm, das »warm strömende, glücklich singende Melodien« enthält und »von einem geradezu jugendlichen Feuer beschwingt« ist. (György Kroó) Solist ist Frank Peter Zimmermann, einer der profiliertesten Violinisten der Gegenwart, der für sein brillantes Spiel weltweit bekannt ist – voller Eleganz, Leichtigkeit, intensiver Strahlkraft und geschmackvoll dosiertem Vibrato: »Das Zweite Konzert von Bartók mit einem hervorragenden Orchester zu spielen, ist eine unglaubliche Erfüllung.«

Abgerundet wird der Abend mit der Vierten Symphonie von Peter Tschaikowsky, in der es dem Komponisten in den Worten des renommierten Musikkritikers Hermann Laroche kunstvoll gelang, »das Tragische mit der Sorglosigkeit ballettartiger Rhythmen zu verknüpfen«. Tschaikowsky selbst bezeichnete die bedrohlich wirkende Bläserfanfare zu Beginn als »Samenkorn« der ganzen Symphonie: »Das ist das Fatum, die verhängnisvolle Macht, die unser Streben nach Glück verhindert.«

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