Sir Simon Rattle dirigiert Schumann und Lachenmann

23. Mär 2019

Berliner Philharmoniker
Sir Simon Rattle

  • Helmut Lachenmann
    My Melodies Musik für acht Hörner und Orchester (41 Min.)

    Stefan Dohr Horn, Stefan de Leval Jezierski Horn, Georg Schreckenberger Horn, Sarah Willis Horn, Andrej Zust Horn, Klaus Wallendorf Horn, Thomas Jordans Horn, Marie-Luise Neunecker Horn

  • Robert Schumann
    Symphonie Nr. 2 C-Dur op. 61 (44 Min.)

  • kostenlos

    Interview
    Helmut Lachenmann im Gespräch mit Sarah Willis (17 Min.)

»›Try to like it!‹ habe ich zu Prinz Charles gesagt bei unserer seltsamen Begegnung in London, als er meinte: ›Modern music is so difficult to understand!‹ Und ich erlaubte mir, Ophelias Vater Polonius in Shakespeares Hamlet leicht abzuwandeln: ›There is method in our madness‹, wunderbar in der Schlegel-Tieckschen Übersetzung: ›Ist dies schon Wahnsinn, hat es doch Methode.‹ Wir sollten nicht Spaß, sondern Ernst machen. Ernst im heiteren Sinne des liebevollen Entdeckens und Entwickelns von Kontexten, wie sie jedem von uns auf andere Weise begegnen. Und es macht mir immer wieder Spaß zu sagen: ›Ernst machen‹ – das kann ja heiter werden ...« Helmut Lachenmann hatte schon immer den sportlichen Ehrgeiz, »in die Höhle des Löwen zu gehen, dort, wo sich die Menschen mit ihrem Musikverständnis geborgen und glücklich fühlen, eine Erfahrung zu schaffen, in dieser Geborgenheit, die ja auch eine Art unbewusster Lähmung bedeutet, ein Abenteuer in Gang zu setzen beim Hören.« Aus diesem Grund will er »diesem Orchester, das wir kennen, ein neues Gesicht geben. Das ist Komponieren: aus diesen Instrumenten ein eigenes Instrument zu machen«.

Über My Melodies – Musik für acht Hörner und Orchester sagt er, dass es eine besondere Herausforderung gewesen sei, weil er gezwungen war »mit dem Instrumentarium von acht Hörnern so etwas wie eine Harmonik zu finden. Da gibt es jetzt Vierklänge, Zweiklänge, Achtklänge. ... Es geht darum, immer wieder auf eine andere Weise immer wieder andere Antennen zu entwickeln. Und wenn das stimmt, dann müsste es eigentlich auch einem C-Dur-Dreiklang möglich sein.« Nachdem Sir Simon Rattle 2011 mit Tableau erstmals ein Orchesterwerk Helmut Lachenmanns aufs Programm gesetzt hat, widmen er und die Philharmoniker sich nun Lachenmanns umfangreichen und spektakulär besetztem Werk.

Ein Komponist, der sich mit seinem Konzertstück für vier Hörner ebenfalls von der Vervielfachung des Horns als Soloinstrument nicht abschrecken ließ, war Robert Schumann, dessen Zweite Symphonie nach der Pause auf dem Programm steht. In diesem konsequent auf das Finale hin ausgerichteten Werk folgte der große Romantiker dem Vorbild beethovenscher Finalsymphonien. Auch deshalb zog Ernst Gottschald in der Neuen Zeitschrift für Musik 1850 den Vergleich zu Beethovens Neunter Symphonie, wobei Schumann »über Beethoven hinaus« den »größten Forstschritt« in der Instrumentalmusik gemacht habe: »Ludwig konnte es noch nicht mit den bloßen Instrumenten, er musste von der Dichtkunst das Wort borgen, Robert vollbringt’s zum ersten Male mit den bloßen Instrumenten.«

Melodien und Lieder

Orchesterwerke von Helmut Lachenmann und Robert Schumann

»Jetzt warten alle auf eine Melodie …« – My Melodies von Helmut Lachenmann

My Melodies ist ein ungewöhnlicher Titel für ein Orchesterwerk Helmut Lachenmanns. Wahrscheinlich hätte er eine solche Überschrift selber nicht für möglich gehalten, als er seine kompositorische Karriere vor mehr als 60 Jahren als Schüler von Luigi Nono in Venedig begann. Sein Ziel war damals etwas, das er selbst als »musique concrète instrumentale« bezeichnete. Dabei ging es darum, die Hervorbringung des Klangs selbst zu thematisieren: Wie entsteht er eigentlich und welche Anstrengungen sind dazu nötig? Was sind die Randerscheinungen des philharmonischen Wohlklangs und wie lassen sie sich kompositorisch nutzen? Das waren die zentralen Fragen, die Lachenmann damals beschäftigten, mit ihnen hat er sich zeitlebens in seinem Schaffen auseinandergesetzt. Und da bilden auch My Melodies, eine – wie in der Werküberschrift weiter zu lesen ist – Musik für acht Hörner und Orchester, entstanden zwischen 2016 und 2018 und uraufgeführt im Juni des vergangenen Jahres in München, keine Ausnahme. Denn wer bei dem Titel opulente Melodienseligkeit oder satten Hörnerklang im Stil der Romantik erwartet, der wird enttäuscht werden. Es sind vielmehr Melodien im lachenmannschen Sinn, sehr geräuschhaft und manchmal am Rand des Hörbaren, die hier präsentiert werden.

Die Entstehungsgeschichte von My Melodies hat der Komponist so dargestellt: »Ich muss immer das machen, was ich nicht kann. Und die Geschichte mit den acht Hörnern war einfach: Bei der Einstudierung meiner Oper Das Mädchen mit den Schwefelhölzern, in der auch acht Hörner vorkommen, gab es eine Teilprobe nur mit den Hornisten. Und das klang so schön – schöner als die ganze Oper. Ich dachte dann: Das ist ein neues Gerät! Es gibt dabei keine Solisten im klassischen Sinne, wo jeder einzelne eine virtuose Figur spielt oder Ähnliches. Diese acht – das ist ein einziges Instrument. Es geht nicht um neue Klänge, es geht um neues Hören Aber um die Antennen auf diese Energie des Hörens zu stellen, musste ich den Blick auf die Melodie erst mal suspendieren. Das war ein Grund, dem ›Melodiösen‹ auszuweichen oder es zumindest total in Schach zu halten. Jetzt warten alle auf eine Melodie und ich werde sie natürlich alle enttäuschen.«

Lachenmann beginnt My Melodies mit einem fulminanten Orchestertutti, aus dem sich schon bald ein mikrotonal aufgefächerter Hornklang herausschält. Akkorde, denen nachgehorcht wird, und in sich kreisende Klänge bestimmen den stark geräuschhaften Satz; doch immer wieder gewinnen auch einzelne Melodiefragmente Gestalt. Der Komponist operiert mit einer geschickten Dramaturgie am Rande des Klingenden, mitunter wird die Textur so weit ausgedünnt, dass nur einzelne Töne und Geräusche bleiben. Dass der Atem bei einem Instrument wie dem Horn eine zentrale Rolle spielt, versteht sich fast von selbst. Überhaupt eröffnet das Stück der Bläsergruppe ein enormes Repertoire an musikalisch-akustischen Möglichkeiten: Schwebungen, ratternde Flatterzungen, Luftgeräusche. Neben diesen eher ungewöhnlichen Klängen ergaben sich aus dieser Besetzung für Lachenmann jedoch noch ganz andere kompositorische Möglichkeiten: »Es boten sich mir Zweiklänge, Vierklänge, Achtklänge. Und die wollten natürlich intoniert und gestaltet werden. Ich fing an, mir die jeweils nicht genutzten Töne zu notieren, um penetrante Oktavverdopplungen zu vermeiden und um neue Beziehungen der Akkorde zu erkunden. Akkord: das heißt, dieselben Klangquellen bilden miteinander gemeinsam einen Intervall-Komplex, dessen Töne mehr oder weniger gleichzeitig beginnen und gleichzeitig enden. Und so habe ich mich zum ersten Mal in meinem Leben beim Komponieren ans Klavier gesetzt und mir die resultierenden Klänge vorgespielt.«

»Nimm sie hin denn, diese Lieder« – Robert Schumanns Zweite Symphonie op. 61

»In mir paukt und trompetet es seit einiger Zeit sehr (Trombe in C), ich weiß nicht, was daraus werden wird.« Mit diesen Worten kündigte Robert Schumann im September 1845 Felix Mendelssohn Bartholdy gegenüber seine Zweite Symphonie an. Was diese Zeilen nicht verraten, ist, dass Schumann mit der Komposition dieses Werks eine lange und ernste Schaffenskrise hinter sich lassen konnte. Das Jahr 1844 hatte im Zeichen einer bedrohlichen Existenzkrise gestanden: Während einer gemeinsam mit Clara unternommenen Konzertreise durch Russland und das Baltikum war er schwer leidend und unfähig zu komponieren. Im Sommer legte er die Redaktion der Neuen Zeitschrift für Musik nieder, die er zehn Jahre lang geleitet hatte. Zwei Monate später erfolgte der völlige gesundheitliche Zusammenbruch, von dem er sich nur langsam wieder erholte.

Eine Genesungsreise führte das Ehepaar im Herbst von Leipzig nach Dresden. Aus dem Aufenthalt wurden Monate, bis die Schumanns sich entschlossen, Leipzig dauerhaft den Rücken zu kehren und nach Dresden zu übersiedeln. Der Umzug ging einher mit einer veränderten Art des Kompositionsprozesses. »Vom Jahre 1845 an, wo ich anfing, im Kopf zu erfinden und auszuarbeiten, hat sich eine ganz andere Art zu komponieren zu entwickeln begonnen«, bemerke Schumann rückblickend. Er plante eine Vertonung von Goethes Faust, doch entwarf er zunächst nur eine einzige Szene dieses Werks, das er erst viele Jahre später vollendete. Er studierte bachsche Fugen und entdeckte für sich den Pedalflügel, ein damals in Mode gekommenes Instrument. Überwinden konnte er seine schwere, fast zwei Jahre dauernde Krise jedoch erst mit der Komposition der Zweiten Symphonie.

Es gibt kein anderes Werk im Œuvre Schumanns, das dem Formdenken Beethovens so nahe steht wie die Zweite Symphonie. Das ehrgeizige Ziel ihres Schöpfers war ein prozesshafter, auf das Finale zielender Verlauf, der zugleich den Bogen vom Anfang zum Ende dieser groß dimensionierten Komposition spannen sollte. Schumann benutzte mehr oder weniger latente motivische Verknüpfungen, um Zusammenhänge zwischen den Sätzen zu schaffen. So kehrt das fanfarenartige Quintsprung-Motto der langsamen Einleitung zum ersten Satz später in dessen Coda sowie im Scherzo und in der Durchführung des Finales wieder. Die verarbeitenden Abschnitte des Kopfsatzes – Durchführung und Coda – sind deutlich stärker gewichtet als Exposition und Reprise. Ausgangspunkt der thematischen Arbeit sind allerdings weniger die Themen der Exposition als vielmehr das Material, das die Sostenuto-assai-Introduktion enthält. Exposition, Durchführung, Reprise und Coda werden zu Stadien der Transformation von thematischen Gestalten; die Sonatensatzform nähert sich dadurch dem Prinzip der Variation kleiner thematischer Abschnitte an.

Das an zweiter Stelle stehende rastlose, quirlige Scherzo trägt Perpetuum-mobile-artige Züge. Charakteristisch sind die Entwicklung der thematischen Idee aus einer Akkordbrechung, der »klappernde« Rhythmus sowie die Konstruktion mit zwei kontrastierenden Trios. Das folgende Adagio espressivo ist in dreiteiliger Liedform gehalten. Dabei spielt der lediglich elf Takte umfassende Mittelteil eher die Rolle eines Intermezzos. Kennzeichnend für den kantablen Hauptgedanken sind große Intervallschritte.

Das eigentliche Hauptstück, auf das alles zuläuft, ist der Schluss-Satz. Nicht nur wird im Finale das Quintsprung-Motto des Anfangs erneut aufgegriffen, sondern auch das vorangegangene Adagio wieder ins Spiel gebracht. Der Exposition folgt ein stark durchführungsartiger Teil, den Schumann durch drei mit Generalpausen durchsetzte c-Moll-Akkorde beschließt. Statt des erwarteten Einsatzes der Reprise erklingt an dieser Stelle ein neues Motiv: Der Komponist ersetzt das Hauptthema durch eine Anspielung an Beethovens Liederzyklus An die ferne Geliebte: »Nimm sie hin denn, diese Lieder«, zunächst noch vermittelt. Die Originalgestalt des Zitats folgt etwas später und bleibt für den Rest des Satzes thematisch bestimmend. Sie beherrscht die mehr als 300 Takte umfassende Coda, bevor sie in der Stretta mit dem liedhaft erweiterten Motto der Blechbläser kombiniert wird.

Martin Demmler

Sir Simon Rattle war von September 2002 bis Juni 2018 Chefdirigent der Berliner Philharmoniker und künstlerischer Leiter der Berliner Philharmonie. Schon vor seinem Amtsantritt als Chefdirigent verband ihn eine 15-jährige, regelmäßige Zusammenarbeit mit den Berliner Philharmonikern: Bei seinem ersten Konzert mit dem Orchester im November 1987 dirigierte er Mahlers Sechste Symphonie. Zuletzt stand er vergangene Woche in drei Konzerten mit Bachs Johannes-Passion am Pult der Philharmoniker. Seit September 2017 leitet Sir Simon als Musikdirektor das London Symphony Orchestra. Er ist zudem Erster Gastdirigent des Orchestra of the Age of Enlightenment und arbeitet mit führenden Orchestern sowohl in Europa als auch in den USA. Simon Rattle, 1955 in Liverpool geboren, studierte an der Royal Academy of Music in London. Von 1980 bis 1998 arbeitete er – zunächst als Erster Dirigent und künstlerischer Berater, dann als Musikdirektor – mit dem City of Birmingham Symphony Orchestra (CBSO) und führte es an die internationale Spitze. Sein Repertoire im Konzert- und Opernfach ist vielseitig und reicht vom Barock bis zur Neuen Musik. In Aix-en-Provence, London, Salzburg, Baden-Baden und Berlin dirigierte er unter anderem Opern von Rameau, Mozart, Puccini, Wagner, Debussy, Janáček und Poulenc. Musikvermittlung ist ein besonderes Anliegen Sir Simons, dem sich auch die Gründung des Education-Programms der Berliner Philharmoniker verdankt. Für dieses Engagement sowie für seine künstlerische Arbeit wurde Simon Rattle vielfach ausgezeichnet. 1994 erhob ihn die englische Königin in den Ritterstand; er ist zudem Träger des Bundesverdienstkreuzes, des Ritterordens der französischen Ehrenlegion und des britischen Order of Merit.

Stefan Dohr studierte in Essen und Köln; anschließend wurde er Solohornist im Frankfurter Opernhaus- und Museumsorchester. Es folgten Engagements in gleicher Position beim Orchester der Bayreuther Festspiele, im Orchestre Philharmonique de Nice und beim Deutschen Symphonie-Orchester Berlin. Seit 1993 ist er Solohornist der Berliner Philharmoniker. Darüber hinaus tritt er international als Solist sowie als Kammermusiker auf, z. B. mit Ian Bostridge, Guy Braunstein, Mark Padmore, Lars Vogt und Kolja Blacher. Neben dem klassischen und romantischen Hornrepertoire gilt sein Interesse auch zeitgenössischen Werken: So brachte er ihm gewidmete Hornkonzerte u. a. von Herbert Willi (2008), Jorge E. López (2009), Johannes Wallmann (2010), Toshio Hosokawa (2011) und Wolfgang Rihm (2014) zur Uraufführung. Stefan Dohr ist Mitglied des Ensembles Wien-Berlin sowie des Philharmonischen Oktetts Berlin. Neben seiner Konzerttätigkeit unterrichtet er an der Karajan-Akademie sowie weltweit im Rahmen von Meisterkursen; außerdem ist er Gastprofessor an der Sibelius-Akademie Helsinki, am Royal College of Music, London, und an der Hochschule für Musik »Hanns Eisler« Berlin.

Stefan de Leval Jezierski erhielt mit 15 Jahren den ersten Hornunterricht. Ausgebildet wurde der gebürtige Bostoner an der North Carolina School of Arts sowie am Cleveland Institute of Music, wo er von Myron Bloom unterrichtet wurde. Bereits während seines Studiums wirkte der Musiker bei Konzerten und Tourneen des Cleveland Orchestra mit. 1976 wurde er Solohornist im Orchester des Staatstheaters Kassel. Zwei Jahre später nahmen ihn die Berliner Philharmoniker als hohen Hornisten auf. Als Solist und Kammermusiker gastiert Stefan de Leval Jezierski bei bedeutenden internationalen Musikfestivals in Europa, Asien und Amerika. Er gehört zu den Gründungsmitgliedern des Scharoun Ensembles Berlin; außerdem unterrichtet er seit vielen Jahren an der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker sowie als Professor h. c. an der Musikhochschule Schanghai.

Thomas Jordans wurde 1972 in Düsseldorf geboren und spielt seit dem zehnten Lebensjahr Horn. Er war mehrfach Preisträger bei »Jugend musiziert«; von 1991 an studierte er bei Carlos Crespo, Walter Lexutt und Joachim Poeltl an der Robert-Schumann-Hochschule für Musik Düsseldorf. Darüber hinaus besuchte er zahlreiche Meisterkurse, etwa bei Erich Penzel und Frøydis Ree Wekre. 1997 erhielt er ein Stipendium an der Orchesterakademie der Berliner Staatskapelle; seit 1998 ist er Mitglied dieses Orchesters. Neben seiner Orchestertätigkeit ist Thomas Jordans häufig zu Gast bei anderen renommierten Orchestern wie dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, den Düsseldorfer Symphonikern, dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin und den Berliner Philharmonikern, mit deren Reihen er u. a. Wagners Götterdämmerung in Aix-en-Provence und bei den Salzburger Osterfestspielen aufführte. Darüber hinaus widmet er sich ausgiebig der Kammermusik. So spielt er z. B. im Ensemble Preußens Hofmusik an der Deutschen Staatsoper Berlin und bei LindenBrass, dem Blechbläserensemble der Staatskapelle Berlin.

Marie-Luise Neunecker studierte zunächst Musikwissenschaft und Germanistik, anschließend Horn an der Musikhochschule in Köln. Die Preisträgerin mehrerer Wettbewerbe – Deutscher Musikwettbewerb in Bonn (1982), Internationaler ARD-Wettbewerb in München (1983) u. a. – war von 1979 bis 1989 Solohornistin der Bamberger Symphoniker und des Radio-Sinfonieorchesters Frankfurt. Neben ihren Auftritten als Solistin, die sie mit verschiedenen Rundfunkorchestern (NDR, SWR, MDR, HR), den Bamberger Symphonikern, dem Gewandhausorchester Leipzig oder den Wiener Philharmonikern zusammenführen, widmet sie sich der Kammermusik. Mit Partnern wie Frank Peter Zimmermann, Christian Tetzlaff, Lars Vogt, Antje Weithaas oder Pierre-Laurent Aimard sowie dem Zehetmair Quartett ist sie regelmäßig zu hören. György Ligeti schrieb für Marie-Luise Neunecker sein Hamburgisches Konzert, das sie im Januar 2001 zur Uraufführung brachte und seitdem in mehreren Ländern präsentiert hat. Von 1988 bis 2004 war Marie-Luise Neunecker Professorin für Horn in an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main; seitdem ist sie Professorin für Horn an der Hochschule für Musik »Hanns Eisler« Berlin.

Georg Schreckenberger begann im Alter von 13 Jahren mit dem Hornspiel. Zunächst erhielt er Unterricht an der Musikschule seiner Heimatstadt Mannheim. Von 1987 an studierte er an der Frankfurter Musikhochschule bei Marie-Luise Neunecker. Ein erstes Engagement führte Georg Schreckenberger 1988 als tiefen Hornisten zum Sinfonieorchester des Westdeutschen Rundfunks in Köln; 1993 wurde er in die Horngruppe der Berliner Philharmoniker aufgenommen. Bereits von 1992 an wirkte der Musiker mehrfach im Orchester der Bayreuther Festspiele mit. Von 2007 bis 2017 hatte Georg Schreckenberger einen Lehrauftrag an der Hochschule für Musik »Hanns Eisler« Berlin

Klaus Wallendorf war von 1980 bis zu seiner Verabschiedung 2016 Hornist der Berliner Philharmoniker. Zuvor spielte er u. a. im Orchester der Deutschen Oper, als Solohornist des Orchestre de la Suisse Romande und in gleicher Position im Bayerischen Staatsorchester. Außerdem musizierte Klaus Wallendorf mehrere Jahrzehnte im Consortium Classicum. Seit 1985 Ensemblemitglied von German Brass, bestimmt er dessen Konzertauftritte als Hornist und Conférencier wesentlich mit. Außerdem betreut er die Berliner Philharmoniker und einige ihrer Kammermusikensembles als »Poeta laureatus und halboffizieller Entertainer«. In dieser Funktion kann man ihn auch als Kabarettist im Ensemble »Lachmusik« erleben. Er ist Autor des Buches Immer Ärger mit dem Cello (2012).

Sarah Willis, eine in den USA geborene Britin, die in Tokio, Boston, Moskau und England aufgewachsen ist, hatte bereits über längere Zeit Klavierunterricht, bevor sie im Alter von 14 Jahren mit dem Hornspiel begann. Ihre Ausbildung erhielt sie an der Guildhall School of Music and Drama in London sowie in Berlin bei ihrem jetzigen philharmonischen Kollegen Fergus McWilliam. Von 1991 bis 2001 war Sarah Willis als Zweite Hornistin Mitglied der Staatskapelle Berlin. Darüber hinaus spielte sie auch in anderen führenden Orchestern wie dem Chicago Symphony und dem London Symphony Orchestra. Seit September 2001 gehört Sarah Willis zur Horngruppe der Berliner Philharmoniker. Mit dieser Formation und mit dem Blechbläserensemble der Berliner Philharmoniker ist sie kammermusikalisch tätig. Außerdem engagiert sie sich im Education-Programm ihres Orchesters, in dessen Rahmen sie regelmäßig Veranstaltungen moderiert. Nicht zuletzt begeistert sich Sarah Willis für die unterhaltsame Vermittlung von Musik, mit der sie über Fernsehen, digitale Kommunikationskanäle und Social Media ein weltweites Publikum erreicht.

Andrej Žust wurde 1984 in Slowenien geboren. Er studierte bei Boštjan Lipovšek an der Akademie für Musik und Ballett in Ljubljana. Künstlerische Impulse erhielt der junge Hornist zunächst von älteren Kolleginnen und Kollegen wie Frøydis Ree Wekre, Hermann Baumann und Radovan Vlatkovič. Schon während seiner Ausbildung erhielt er bei zahlreichen nationalen und internationalen Wettbewerben Erste Preise als Solist und Kammermusiker, u. a. 2001 in Povoletto (Italien) und 2002 beim Wettbewerb Junger Musiker in Slowenien. 2004 wurde er Solohornist im Orchester der Slowenischen Philharmonie in Ljubljana. Darüber hinaus war Andrej Žust Mitglied des Gustav Mahler Jugendorchesters und des Pacific Music Festival Orchestra. Belege seiner aktiven Kammermusiktätigkeit sind Konzerte des Ariart Bläserquintetts, der Solisten des Kammerorchesters Ljubljana und des Ensembles Triumvirat. Von Februar 2009 bis Januar 2011 Stipendiat der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker, wurde Andrej Žust mit Beginn der Saison 2011/2012 in die Horngruppe des Orchesters aufgenommen.

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