07. Mär 2020

Berliner Philharmoniker
Sir Simon Rattle

Jonathan Kelly

  • Richard Strauss
    Konzert für Oboe und kleines Orchester D-Dur o. op. AV 144 (28 Min.)

    Jonathan Kelly Oboe

  • Benjamin Britten
    Sechs Metamorphosen nach Ovid op. 49: Pan (3 Min.)

    Jonathan Kelly Oboe

  • Ludwig van Beethoven
    Christus am Ölberge, Oratorium op. 85 (53 Min.)

    Franz Xaver Huber, Iwona Sobotka Sopran, Benjamin Bruns Tenor, David Soar Bariton, Rundfunkchor Berlin, Simon Halsey Chor-Einstudierung

  • kostenlos

    Interview
    Jonathan Kelly im Gespräch mit Tobias Möller (16 Min.)

In seinem Konzert für Oboe und kleines Orchester gelang es Richard Strauss auf geradezu magische Weise, im Geiste Mozarts und Schuberts zu komponieren – ohne die eigene Identität samt mancher harmonischer Seitensprünge zu vernachlässigen. Fließende Melodien prägen dieses zu Unrecht nur selten zu hörende Werk, das am 26. Februar 1946 in Zürich Premiere hatte. Unter der Leitung von Sir Simon Rattle widmen sich die Berliner Philharmoniker Strauss’ Oboenkonzert. Solist ist Jonathan Kelly, der als Elfjähriger zu seinem Instrument fand, weil ihn eine Aufnahme von Lothar Koch (dem ehemaligen Solo-Oboisten der Berliner Philharmoniker) so sehr begeisterte.

Nach der Pause erklingt mit Ludwig van Beethovens einzigem Oratorium Christus am Ölberge ein weiteres Werk, das eher selten auf den Programmzetteln zu finden ist. Neben dem Rundfunkchor Berlin sowie der Sopranistin Iwona Sobotka, die mit dem ersten Preis beim Königin-Elisabeth-Musikwettbewerb in Belgien 2004 internationale Aufmerksamkeit errang, singen der Tenor Benjamin Bruns und der britische Bariton David Soar.

Die erfolgreiche Uraufführung von Beethovens Oratorium fand in den »Tempora sacrata« (Passionszeit) am 5. April 1803 im Rahmen eines Akademiekonzerts statt, in dem auch seine Zweite Symphonie sowie sein Drittes Klavierkonzert der Öffentlichkeit präsentiert wurden. Das Libretto, das ein sehr menschliches Bild von Jesus zeichnet, stammt von Franz Xaver Huber, einem seinerzeit in Wien bekannten Opernlibrettisten.

Der frei gedichtete Text beruft sich auf alle vier Evangelien und umfasst die kurze Szene im Garten Gethsemane, in der Jesus in tiefer Verzweiflung um Kraft für die ihm bevorstehenden Leiden bittet. Der Auftritt eines tröstenden Engels (Seraph), der nur im Lukas-Evangelium kurz erwähnt wird, spielt im ersten Teil des Oratorientextes eine zentrale Rolle, während andere zentrale biblische Begebenheiten unberücksichtigt bleiben. Im zweiten Teil spitzt sich die Handlung durch die Gefangennahme Jesu dramatisch zu und entlädt sich schließlich im erlösenden und ausladenden Chorjubel der Engel: »Welten singen Lob und Ehre dem erhabnen Gottessohn.« Das Libretto, schrieb der Rezensent der Allgemeinen musikalischen Zeitung anlässlich der Drucklegung des Werks, habe »dem Componisten häufig Gelegenheit gegeben, eine Manigfaltigkeit lebendiger und tiefer Gefühle auszudrücken, wodurch denn auch das Ganze einen seltenen Reichthum, eine grosse Fülle, viel Abwechslung, und ein Interesse erhält, das nie sinkt, im Gegentheil immer höher und höher gesteigert wird.«

Der Reiz der Peripherie

Der junge Beethoven, der alte Strauss und ihre Gethsemane-Momente

Bis zum allerletzten Moment hatte der Meister an der Partitur gearbeitet. Erst am frühen Morgen des Uraufführungstages waren die Posaunenstimmen fertig. Von acht Uhr bis zum frühen Nachmittag dauerte die Generalprobe – gleich anschließend bestand der Komponist auf einem weiteren Durchlauf des neuen Passionsoratoriums. Um 18 Uhr begann dann bereits das Mammutkonzert. Dass der Abend des 5. April 1803 im Theater an der Wien schließlich kein einhelliger Erfolg wurde, lag nicht nur an der hektischen Vorbereitung oder dem notdürftig zusammengestellten Ensemble aus Sängern und Instrumentalisten. Das schiere Pensum des Abends war maßlos: Ludwig van Beethovens drei Jahre alte Erste Symphonie wurde wiederholt, und neben Christus am Ölberge kam nicht nur die Zweite Symphonie zur Uraufführung, sondern auch das Dritte Klavierkonzert. Der aus spärlichen Notizen improvisierende Komponist, Leiter und Veranstalter des Abends spielte den Solopart. Das Oratorium selbst fand ein geteiltes Echo; Anerkennung und Kritik hielten sich die Waage. Insgesamt monierte die Presse nicht nur das schwankende Niveau der Darbietungen, sondern auch die hohen Eintrittspreise, die bis zum Dreifachen des Üblichen reichten.

Frühes trifft Spätes

Beethovens genial-überspanntes Oratorium aus dem musikalisch revolutionären Jahr der Eroica neben Richard Strauss‘ klassizistisch-schlankem Oboenkonzert aus dem weltgeschichtlichen Schicksalsjahr 1945: Im heutigen Konzertprogramm begegnen sich zwei Werke, die eine Randposition im Schaffen ihrer Autoren einnehmen. Beethoven war mit Christus, seinem einzigen Oratorium, nie richtig zufrieden. Schon im Jahr nach der Premiere überarbeitete er die Partitur gründlich, und als er 1811 die Fahnen für den Druck bei Breitkopf & Härtel korrigierte, gestand er dem Verleger: »Daß ich wohl jetzt ganz anders ein oratorium schreibe als damals, das ist gewiß«. Christus am Ölberge – einzig die späte Veröffentlichung erklärt die hohe Opuszahl 85 – gilt bis heute als eins der problematischsten Werke Beethovens.

Die erwähnten Randpositionen der beiden Werke im Schaffen ihrer Komponisten rühren von geradezu umgekehrten Konstellationen her: Während sich Beethoven mit der Erschließung der großen, vokal-instrumentalen Form schwertat, wollte Strauss, der Komponist von 15 Opern, seine späten Arbeiten für den Konzertsaal gar nicht mehr als vollgültige Produktion gelten lassen. Der 80-Jährige hielt sein Lebenswerk für getan. Tief deprimiert über die Zerstörung der deutschen Opernhäuser in den Bombennächten des Zweiten Weltkriegs, glaubte er den Untergang einer Musikkultur zu erleben, als deren letzte Kulmination er sein eigenes Bühnenschaffen verstand. Lustlos beschäftigte er sich mit Gelegenheitsarbeiten, suchte geistige Orientierung in der Goethe-Lektüre, schien im Grunde aber dem Verstummen nahe. Kaum zu erwarten war der Aufschwung zu jenen Spätwerken – insbesondere die Metamorphosen, das Oboenkonzert und die Vier letzten Lieder –, deren humane Ausdruckstiefe selbst bei erklärten Strauss-Skeptikern Bewunderung hervorruft.

Komponieren nach dem Untergang

Der erfolgsverwöhnte Starkomponist, der von 1933 bis 1935 bekanntlich Präsident der Reichsmusikkammer gewesen war und sich auch später zu allerhand Kompromissen mit dem Nazi-Regime veranlasst sah, wurde von den amerikanischen Besatzern seines öffentlichen Amts wegen automatisch als »Hauptschuldiger« klassifiziert, ohne dass dies jedoch Repressalien zur Folge gehabt hätte. Als der 24-jährige amerikanische Soldat John de Lancie, Oboist beim Pittsburgh Symphony Orchestra, den Komponisten im Frühsommer 1945 bei einem Besuch in Garmisch schüchtern fragte, ob er, der doch einige seiner schönsten Einfälle der Oboe anvertraut habe, daran denken könnte, ein Konzert für sein Instrument zu schreiben, da antwortete Strauss mit einem brüsken »Nein«. Dabei passte die Idee exakt zu seinen retrospektiv gerichteten Interessen jener Zeit: Ende 1942 hatte er mit dem Zweiten Hornkonzert die Reihe der späten Instrumentalwerke eröffnet. Und auch die beiden gleich danach folgenden Sonatinen für 16 Blasinstrumente wandten sich mit höfischen Serenadenklängen und dem graziösen Dialogisieren zwischen Soli und durchsichtigen Ensembles zurück in ein imaginäres 18. Jahrhundert. »Den Manen des göttlichen Mozart am Ende eines dankerfüllten Lebens« hatte Strauss die große zweite Sonatine – Untertitel: Fröhliche Werkstatt – zugeeignet. Auch beim Oboenkonzert wurden Mozarts Geister offenbar im Hintergrund aktiv. Mitte Oktober 1945 war die Partitur des Konzerts fertig, die Uraufführung fand Anfang 1946 in Zürich statt. John de Lancie, der nun beim Philadelphia Orchestra beschäftigt war, konnte das Werk einstweilen nicht selbst spielen: Das Recht auf Soloauftritte war dem berühmten »Principal« des Orchesters, Marcel Tabuteau, vorbehalten.

Loslassen als Utopie

»Musik, deren Schönheit und Besonderheit auf einem Loslassen beruhen, auf dem Verzicht auf eine zentrale, autorisierende Identität ... wird zu einer großzügigen Denkungsart mit utopischem Einschlag, sofern wir unter utopisch etwas Weltliches, Menschenmögliches, Erlern- und Erfahrbares verstehen dürfen.« Diese Worte hat der Literaturtheoretiker Edward Said über Strauss’ Metamorphosen geäußert, sie lassen sich aber durchaus auch auf das Oboenkonzert beziehen. Während Strauss das kleine Orchester in solistischen Farben zum Leuchten bringt – die zweiten Bläser haben wenig Eigenständiges beizusteuern –, während er Kontrapunkt und harmonischen Stufenreichtum zurückfährt, lässt er seine Themen organisch wachsen und assoziativ ineinander übergehen. So fein gewoben sind die Korrespondenzen und Rückbezüge, so subtil die Verwandlungen, dass der Eindruck eines träumerischen Erinnerns ohne den Zwang zu chronologischer Stringenz entsteht. Strauss’ persönlicher Gethsemane-Moment – die Phase von Angst, Zweifel und dem Gefühl tiefer Verlassenheit – scheint hier schon hinter zu liegen.

Dramaturgie binärer Oppositionen

Auch für Beethoven war dieser Zeitpunkt während der Komposition von Christus am Ölberge wahrscheinlich bereits überstanden. Eine psychologische Verbindung zwischen dem Heiligenstädter Testament vom 6. Oktober 1802 und dem Christus-Oratorium ist seit Maynard Solomons Biografie (1977) immer wieder vermutet worden. Woraus zu schließen wäre, dass zumindest der Plan zu dem Werk schon in den Wochen der tiefsten Krise gereift sein könnte. Plausibel erscheint die Identifikation des verzweifelten, durch sein Gehörleiden in die soziale Isolation gedrängten Komponisten mit Christus, dem Erlöser, schon deshalb, weil dieser in Beethovens Oratorium als fühlender, vor den bevorstehenden Qualen zurückschreckender Mensch aus Fleisch und Blut gezeigt wird. Als weibliche Protagonistin steht Christus ein gestrenger Engel gegenüber, der allein im Lukas-Evangelium zu finden ist. Der Textdichter Franz Xaver Huber bringt Gestalten zum Sprechen, die im biblischen Bericht über das Geschehen stumm handeln. Geschickt schafft er ein eigenständiges Szenarium abseits aller Gattungstraditionen: So bietet das Buch nicht nur das klassische Dreieck aus Sopran, Tenor und Bariton auf – inklusive der Möglichkeit widerstreitende Affekte aufeinandertreffen und einander schließlich versöhnen zu lassen –, sondern auch ausreichend Raum für plastisch gegliederte Chorsätze. Ganz ungewöhnlich ist das Fehlen eines Erzählers, der die Handlung zwischen den großen musikalischen Nummern stringent zusammenfassen könnte. Über das sprachlich-intellektuelle Niveau des Textes hat sich Beethoven selbst schon abschätzig geäußert. Dabei liefert Hubers Libretto ihm eine Vorlage, die seiner Dramaturgie der starken Kontraste, ja der binären Oppositionen exakt entspricht. Hört man Christus am Ölberge als Station auf dem Weg zu Werken wie der Eroica, derFünften Symphonie oder Fidelio, fällt auf, wie planmäßig das Handlungsmuster des »durch die Nacht zum Licht« hier bereits durchgespielt wird.

Anselm Cybinski

Sir Simon Rattle war von September 2002 bis Juni 2018 Chefdirigent der Berliner Philharmoniker und künstlerischer Leiter der Berliner Philharmonie. Bereits vor seinem Amtsantritt als Chefdirigent verband ihn eine 15-jährige, regelmäßige Zusammenarbeit mit den Berliner Philharmonikern. Bei seinem Debüt Mitte November 1987 dirigierte er Mahlers Sechste Symphonie, zuletzt stand er Ende März 2019 in drei Konzerten mit Werken von Helmut Lachenmann und Robert Schumann am Pult des Orchesters. Seit September 2017 leitet Sir Simon als Musikdirektor das London Symphony Orchestra. Er ist zudem Erster Gastdirigent des Orchestra of the Age of Enlightenment und arbeitet mit führenden Klangkörpern sowohl in Europa als auch in den USA. Simon Rattle, 1955 in Liverpool geboren, studierte an der Royal Academy of Music in London. Von 1980 bis 1998 arbeitete er – zunächst als Erster Dirigent und künstlerischer Berater, dann als Musikdirektor – mit dem City of Birmingham Symphony Orchestra (CBSO) und führte es an die internationale Spitze. Sein Repertoire im Konzert- und Opernfach ist vielseitig und reicht vom Barock bis zur Musik der Gegenwart. In Aix-en-Provence, London, Salzburg, Baden-Baden und Berlin dirigierte er unter anderem Opern von Rameau, Mozart, Bizet, Puccini, Wagner, Debussy, Janáček, Poulenc und Britten. Musikvermittlung ist ein besonderes Anliegen Sir Simons, dem auch die Gründung des Education-Programms der Berliner Philharmoniker zu verdanken ist. Für dieses Engagement sowise für seine künstlerische Arbeit wurde Simon Rattle vielfach ausgezeichnet. 1994 erhob ihn die englische Königin in den Ritterstand; zudem ist er Träger des Bundesverdienstkreuzes, des Ritterordens der französischen Ehrenlegion und des britischen Order of Merit.

Jonathan Kelly wurde in der englischen Grafschaft Hampshire geboren. Zunächst studierte er Geschichte an der Universität Cambridge, später Oboe bei Celia Nicklin an der Royal Academy of Music in London sowie am Pariser Conservatoire national supérieur de musique et de danse bei Maurice Bourgue. 1993 wurde er Solo-Oboist im City of Birmingham Symphony Orchestra, dem er bis 2003 angehörte. Während dieser Zeit gastierte Jonathan Kelly regelmäßig beim Chamber Orchestra of Europe und trat als Konzert-Solist in Birmingham, Cardiff, Chicago, Helsinki und Wien in Erscheinung. Er war auch Mitglied der Birmingham Contemporary Music Group, mit der er etwa Thea Musgraves Oboenkonzert Helios gespielt und die Sonata da caccia von Thomas Adès uraufgeführt hat. Seit Herbst 2003 gehört Jonathan Kelly als Solo-Oboist den Berliner Philharmonikern an. Er engagiert sich als begeisterter Kammermusiker bei den Bläsern der Berliner Philharmoniker sowie in weiteren philharmonischen Kammerformationen; zudem war er Mitglied im Bläserensemble Sabine Meyer. Mitte April 2013 brachte er gemeinsam mit seiner Orchesterkollegin Marie-Pierre Langlamet an drei Abenden unter der Leitung von Sir Simon Rattle das Doppelkonzert für Oboe, Harfe und Kammerorchester von Witold Lutosławski zur Aufführung.

Iwona Sobotka absolvierte ihr Gesangsstudium an der Fryderyk-Chopin-Musikuniversität in Warschau sowie an der Escuela Superior de Música Reina Sofía in Madrid. Internationale Aufmerksamkeit erregte die polnische Sopranistin 2004 als Grand-Prix-Siegerin des Königin-Elisabeth-Musikwettbewerbs in Belgien. Außerdem gewann sie u. a. die East & West Artists International Auditions in New York, deren Preis ihr Debüt-Rezital in der Carnegie Hall umfasste. Seitdem war Iwona Sobotka als Violetta (La traviata) in Poznań, als Micaëla (Carmen) in Kraków, als Ygraine (Ariane et Barbe-Bleue) an der Opéra national de Paris sowie beim Schleswig-Holstein Musik Festival in der Titelpartie von Stanisław Moniuszkos Halka und als Liù (Turandot) zu hören. Zu ihren jüngsten Engagements zählt ihr Debüt bei den Osterfestspielen Baden-Baden als Blumenmädchen (Parsifal) mit den Berliner Philharmonikern unter der Leitung von Sir Simon Rattle, Pamina (Die Zauberflöte) am Teatr Wielki in Warschau, Mimì (La Bohème) an der Opera Podlaska in Białystok. Weiterhin trat Iwona Sobotka mit den Sopranpartien in Beethovens Neunter Symphonie (mit dem Mahler Chamber Orchestra sowie mit den Berliner Philharmonikern während der Asien-Tournee 2016) und in Brahms’ Deutschem Requiem in Erscheinung (mit den Rundfunkorchestern von Berlin und Leipzig). Konzertengagements führten die Sängerin zu renommierten Orchestern (London Symphony Orchestra, Royal Philharmonic Orchestra, City of Birmingham Symphony Orchestra, Staatskapelle Berlin, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks u. a.), die von Dirigenten wie Sir Colin Davies, Marco Armiliato, Sylvain Cambreling und Massimo Zanetti geleitet wurden. In den Konzerten der Stiftung Berliner Philharmoniker warIwona Sobotka zuletzt Anfang April 2018 als Blumenmädchen in einer konzertanten Aufführung von Richard Wagners Parsifal; Dirigent war Sir Simon Rattle.

Benjamin Bruns begann seine Sängerlaufbahn als Alt-Solist im Knabenchor seiner Heimatstadt Hannover. Nach einer vierjährigen privaten Gesangsausbildung bei Peter Sefcik studierte er an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg bei Kammersängerin Renate Behle. Noch während des Studiums wurde ihm vom Bremer Theater ein erstes Festengagement angeboten, dem bald ein Ensemblevertrag an der Oper Köln folgte. Über die Sächsische Staatsoper Dresden ging sein Weg direkt zur Wiener Staatsoper, der er immer noch mit einem Residenzvertrag verbunden ist. Regelmäßig gastiert er an den großen Häusern in Dresden, München, Wien und Madrid, außerdem ist er gern gesehener Gast bei den Salzburger und Bayreuther Festspielen. Sein Repertoire umfasst neben den gängigen Mozart-Partien seines Fachs auch Camille de Rosillon (Die lustige Witwe), Lysander (A Midsummer Night’s Dream), Don Ramiro (La Cenerentola), Boris Grigorievič (Katja Kabanowa), Erik (Der fliegende Holländer), Max (Der Freischütz), David (Die Meistersinger), Florestan (Fidelio) sowie die Titelpartie in Lohengrin. Auch als Oratorien- und Liedsänger genießt Benjamin Bruns einen hervorragenden Ruf und ist somit auch in den großen Konzertsälen zu Hause. Er ist Preisträger des Bundeswettbewerbs Gesang Berlin, des Hamburger Mozart-Wettbewerbs sowie des internationalen Gesangswettbewerbs der Kammeroper Schloss Rheinsberg. Als besondere Auszeichnungen wurden ihm 2008 der Kurt-Hübner-Preis des Theaters Bremen und 2009 der Nachwuchsförderpreis des Schleswig-Holstein Musik Festivals verliehen. In den Konzerten der Berliner Philharmoniker war der Sänger zuletzt im Eröffnungskonzert dieser Spielzeit Mitte August 2019 in Aufführungen von Beethovens Neunter Symphonie zu hören; Dirigent war Kirill Petrenko.

David Soar wurde in Nottinghamshire geboren und studierte an der Royal Academy of Music in London sowie am dortigen National Opera Studio. 2010 gab der britische Bass als Quinault (Adriana Lecouvreur) sein Debüt am Londoner Royal Opera House in Covent Garden und gastiert seitdem an den renommiertesten Opernhäusern. So führten ihn weitere Engagements an die Metropolitan Opera New York, zum Glyndebourne Festival, zu den Salzburger Festspielen und zum Grange Festival. Weiterhin war der Sänger an der Opera Holland Park London, an der English National Opera und an der Welsh National Opera zu erleben. Auf der Konzertbühne gastierte David Soar u. a. beim Philharmonia Orchestra, beim BBC Philharmonic Orchestra, beim Hallé Orchestra und beim Orchestre national de Lyon sowie bei Originalklangensembles wie The English Concert und der Academy of Ancient Music. Hierbei arbeitete er mit Dirigenten wie Esa-Pekka Salonen, Sir Charles Mackerras, Sir Andrew Davis, Alain Altinoglu, Harry Bicket, Richard Egarr, Philippe Herreweghe und Sir Mark Elder zusammen. In den Konzerten der Berliner Philharmoniker gibt der Sänger nun sein Debüt.

Mit rund 60 Konzerten jährlich und internationalen Gastspielen zählt der Rundfunkchor Berlin zu den herausragenden Chören des weltweiten Konzertlebens. Sein breit gefächertes Repertoire, ein flexibles, reich nuanciertes Klangbild, makellose Präzision und eine immer wieder begeisternde Intensität des Ausdruck machen den Chor zum Partner bedeutender Orchester und Dirigenten. In Berlin bestehen langjährige Kooperationen mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, dem Deutschen Symphonie-Orchester und den Berliner Philharmonikern. Eine rege Aufnahmetätigkeit und viele Auszeichnungen, darunter drei »Grammy Awards«, dokumentieren den großen Erfolg dieser Arbeit. Gemeinsam mit Künstlern unterschiedlicher Disziplinen erschließt der Chor jedes Jahr mit einer spartenübergreifenden Produktion neue Erlebnisweisen von Chormusik: Zum Meilenstein wurde die szenische Umsetzung des Brahms-Requiems als »human requiem« durch Jochen Sandig und ein Team von Sasha Waltz & Guests. Nach Gastspielen in New York, Hongkong, Paris und Adelaide war die Produktion im Sommer 2019 erstmals in Istanbul zu sehen. Für »TIME TRAVELLERS« auf Grundlage von Jonathan Doves The Passing of the Year wird der Chor in der Spielzeit 2019/2020 das Berliner Radialsystem in einen begehbaren Zeittunnel verwandeln. Die zahlreichen Aktivitäten im Bildungs- und Erziehungsbereich – etwa das jährliche Mitsingkonzert in der Philharmonie, die Liederbörse für Kinder und Jugendliche oder das Grundschulprojekt SING! – sollen möglichst viele Menschen für das Singen begeistern. Mit der Akademie und der Schola sowie der Internationalen Meisterklasse Berlin setzt sich das Ensemble zudem für den professionellen Sänger- und Dirigentennachwuchs ein. Seit seiner Gründung im Jahr 1925 wurde der Rundfunkchor Berlin von Dirigenten wie Helmut Koch, Dietrich Knothe, Robin Gritton und Simon Halsey geprägt; mit Beginn der Spielzeit 2015/2016 übernahm Gijs Leenaars die Position des Chefdirigenten und künstlerischen Leiters. Bei den Berliner Philharmonikern gastierten die Damen des Rundfunkchors Berlin zuletzt vor wenigen Tagen in Konzerten mit Gustav Mahlers Dritter Symphonie; Dirigent war Yannick Nézet-Séguin.

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In unserer kostenlosen Playlist dirigiert Kirill Petrenko unter anderem Beethovens Siebte Symphonie und Peter Tschaikowskys Pathétique. Der beste Platz ist für Sie reserviert!

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