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»Eine glückliche Fügung für mich« nennt Zubin Mehta in seiner Autobiografie die Freundschaft mit Daniel Barenboim, die bereits 1956 begann, als Mehta 20 und Barenboim 12 Jahre alt war. Obwohl ihre kometenhafte Laufbahn die Musiker bald in weit voneinander entfernte Gegenden verschlug, musizierten sie doch immer wieder gemeinsam – und mit kaum einem anderen Dirigenten konzertierte Barenboim als Pianist so oft wie mit Mehta. So entstanden Aufführungen und Aufnahmen von Klavierkonzerten Mozarts, Beethovens, Liszts und von Brahms. Seit Jahren gastiert man bei den runden Geburtstagen des jeweils anderen: ob mit Barenboims Staatskapelle in Berlin oder beim Festival Maggio Musicale in Florenz, dessen Musikdirektor Mehta von 1985 bis 2018 war. Und bei einem Gipfeltreffen 1969, als Barenboim am Klavier mit Itzhak Perlman, Pinchas Zukerman und Jacqueline du Pré Schuberts Forellenquintett interpretierte, griff Mehta kurzerhand zum Kontrabass.

Beide Musiker verbindet zudem, dass sie seit den 1960er-Jahren zu den wichtigsten und treuesten künstlerischen Partnern der Berliner Philharmoniker gehören und inzwischen in den exklusiven Kreis der Ehrenmitglieder des Orchesters berufen wurden. Bereits bei Barenboims zweitem Auftritt mit den Philharmonikern kam es dabei zur Kooperation: Unter der Leitung von Mehta spielte er Wilhelm Furtwänglers Symphonisches Konzert für Klavier und Orchester. Mit einer Aufnahme der Burleske von Richard Strauss wurde später eine weitere Rarität gemeinsam interpretiert.

Ganz im Zeichen der russischen Musik stand ein anderer Höhepunkt: das Waldbühnenkonzert 1997. Barenboim – dessen Vorfahren aus dem zaristischen Russland nach Argentinien ausgewandert waren – übernahm den Solopart in Peter Tschaikowskys Erstem Klavierkonzert. In ihm rahmen zwei virtuose Ecksätze ein betörend elegisches Andante semplice ein. Zusammen mit den übrigen Werken des Programms entstand ein Panorama der russischen Musik im 19. Jahrhundert: Es reichte von der Ruslan und Ludmilla-Ouvertüre Michail Glinkas, der als Gründervater der Musiknation gilt, über Tschaikowsky bis zu Stücken von Modest Mussorgsky und Nikolaj Rimsky-Korsakow. In den Interpretationen des Konzerts verbanden sich mitreißende Rhythmen mit präzise herausgearbeiteten Details: »Unter Zubin Mehta bewährten sich die unter dem Motto ›Petersburger Nacht‹ versammelten kurzen Stücke nicht nur als Reißer, sondern als Musikstücke voller feiner Züge. Knalligen Klang ersetzte Mehta durch profilierte Charaktere und geradezu Big-Band-artig exakten Rhythmus« (Berliner Zeitung).

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