Seiji Ozawa dirigiert Ravels »L’Enfant et les sortilèges«

Seiji Ozawa dirigiert Ravels »L’Enfant et les sortilèges«

Berliner Philharmoniker
Seiji Ozawa

Noah Bendix-Balgley, Emily Fons

  • Wolfgang Amadeus Mozart
    Konzert für Violine und Orchester Nr. 5 A-Dur KV 219

    Noah Bendix-Balgley Violine

  • Camille Saint-Saëns
    Introduction et Rondo capriccioso für Violine und Orchester a-Moll op. 28

    Noah Bendix-Balgley Violine

  • Maurice Ravel
    L’Enfant et les sortilèges (Das Kind und die Zaubereien) szenische Aufführung

    Emily Fons Mezzosopran (Das Kind), Sir Paul Gay Bassbariton (Der Sessel, Der Baum), Yvonne Naef Alt (Die Mutter, Die chinesische Tasse, Die Libelle), Kiera Duffy Sopran (Das Feuer, die Prinzessin, die Nachtigall), Marie Lenormand Mezzosopran (Die Katze, Das Eichhörnchen), Mathias Vidal Tenor (Der kleine alte Mann, Der Frosch, Die Teekanne), Elliot Madore Bariton (Die Standuhr, Der Kater), Kanae Fujitani Sopran (Der Louis-XV-Stuhl, Die Fledermaus), Rundfunkchor Berlin, Gijs Leenaars Chor-Einstudierung, David Kneuss Regie

Er sei tief bewegt gewesen, gestand Seiji Ozawa, als er im April 2016 nach siebenjähriger, krankheitsbedingter Pause wieder ans Pult der Berliner Philharmoniker trat. »Es gibt einen sehr spezifischen Klang in diesem Orchester. Und gerade dieses Mal habe ich ihn besonders gespürt.« Mit den Philharmonikern verbindet Ozawa eine besondere Freundschaft. 1959 kam er als junger Dirigent nach Berlin und hatte das Glück, das Interesse Herbert von Karajans zu gewinnen, der sein Mentor wurde und ihn 1966 einlud, bei den Berliner Philharmonikern zu debütieren. Von da an bis 2009 kam der Japaner häufig zwei Mal pro Saison für ein Gastspiel nach Berlin – trotz seiner vielfältigen internationalen Verpflichtungen sowie seiner langjährigen Chefpositionen beim Boston Symphony Orchestra und an der Wiener Staatsoper. In dieser Saison dirigiert Ozawa die Oper L’Enfant et les sortilèges, die Maurice Ravel nach einem Libretto von Collette schrieb und die der Regisseur Daniel Kneuss für die Aufführung in der Berliner Philharmonie szenisch realisiert.

Die Handlung schildert in fantastischen, märchenhaften Bildern die Entwicklung eines wütenden Kindes, das durch seine zerstörerischen Trotzreaktionen seine Umwelt und somit auch sich selbst schädigt, zu einem mitfühlenden, reflektierenden Jungen. Der Komponist hat diese Geschichte in Art einer »amerikanischen Operette« (Ravel) vertont. Revueartig reiht er die unterschiedlichsten Musikstile aneinander, angefangen vom barock anmutenden Bicinium über Belcanto-Arien bis hin zu Ragtime und Music-Hall-Sound. Hinzu kommt Ravels subtile, facettenreiche Behandlung des Orchesters, die L’Enfant et les sortilèges zu einem der eindrucksvollsten und persönlichsten seiner Werke macht.

In der ersten Konzerthälfte steht – ohne die Mitwirkung Seiji Ozawas – Noah Bendix-Balgley im Mittelpunkt des musikalischen Geschehens. Der aus North ­Carolina stammende Musiker ist seit 2014 Erster Konzertmeister der Berliner Philharmoniker. Als Solist eröffnet er den Abend mit Wolfgang Amadeus Mozarts A-Dur-Violinkonzert. Das Werk ist das letzte der fünf Violinkonzerte, die Mozart zwischen 1773 und 1775 geschrieben hat. Es zeichnet sich durch seine geigerische Brillanz, seine originelle, oftmals überraschend wirkende Harmonik sowie sein folkloristisches Finalthema aus. Es folgt mit Camille Saint-Saëns’ Introduction et Rondo capriccioso ein ebenso stimmungsvolles wie hochvirtuoses Stück für Violine und Orchester, das der Komponist für den berühmten Geiger Pablo Sarasate schrieb.

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